E-Segler mit Getriebeantrieb --> sehr schmaler Rumpf bzw. Startphasenproblem ...

Hape1

Erfahrener Benutzer
#1
Habe mir einen neuen E-Segler (3m Spannweite, Getriebeantrieb an 3S an 17x7schmal) aufgebaut. Bin das Teil jetzt ein paar Mal geflogen und habe folgende Schwierigkeit beim Start:

Der Rumpf ist relativ schlank und der gewohnte Griff an den Rumpf unter den Flächen für den Start zu packen geht dadurch nur sehr schlecht. So schlecht, das ich den Rumpf direkt hinter der Flächen mit der linken Hand greife und starte. Die rechte Hand ist am rechten Knüppel und gibt über diesen Gas. Heute hatte ich so gut wie keinen Wind und trotz angestellter Klappen (Thermik) steigt die Maschine erst wenn ich auch Höhe gebe. Das liegt höchstwahrscheinlich daran, das der Motorsturz relativ hoch ist. Diese Verhalten ist im Motor-Steigflug angenehm, aber NICHT beim Start bzw. ganz kurz danach. Ich müßte hierbei eigentlich SOFORT Höhe ziehen, geht aber nicht, weil ich einen Moment brauchte bis ich am linken Knüppel bin ... Das hätte mich heute fast das Modell gekostet ...

Ich bin nun unsicher, ob ich kein guter Werfer bin, bei dieser Art von schmalem Rumpf bzw. wie ich das Problem am Besten angehe und wäre für ein paar Praxisvorschläge dankbar ...
 
#3
Gewicht und Leistung wären noch interessant. Ein Getriebeantrieb mit dieser Schraubengröße sollte den Segler eigentlich auch durchziehen, wenn er in einem Winkel nach oben abgeworfen wird.

Falls Gewicht und Leistung es erfordern, die von QC vorgeschlagene Lösung, die Flugphase kann man ja gleich umschalten, wenn man beide Hände am Sender hat.
 

heikop

Erfahrener Benutzer
#4
Warum wird mit der Steuerhand geworfen?

Ich fliege Mode 2, bin Rechtshänder, halte den Vogel (auch kanpp 3m) mit links,
gebe mit der rechten Hand am linken Stick Vollgas, schnappe mir den rechten Stick (Höhe und Quer)
und werfe dann mit links den Segler.

Somit habe ich IMMER die volle Kontrolle, also was zum Henker bewegt einen dazu mit unnötigem Risiko
zu starten?
 

Mayday

Expert somehow
#5
Basics, absolut. Wenn Du nicht, wie Quadcrash geschrieben hat, eine Flugpase nimmst, dann setze auf einen Schalter doch wenigstens einen Mischer, der Dir das Höhenruder mitnimmt. Das ist am einfachsten.
 

Bussard

Erfahrener Benutzer
#6
... So schlecht, das ich den Rumpf direkt hinter der Flächen mit der linken Hand greife und starte. Die rechte Hand ist am rechten Knüppel und gibt über diesen Gas. Heute hatte ich so gut wie keinen Wind und trotz angestellter Klappen (Thermik) steigt die Maschine erst wenn ich auch Höhe gebe...
Wenn der Griffbereich unter der Fläche durch die Rundung rutschig ist, hilft "Sandpapier" (Lack + feiner Sand + Lack), den Segler richtig zu greifen. Hinter den Flächen zu greifen brachte bei mir keinen Vorteil, weil ich nie den gleichen Winkel werfen konnte und die Gefahr des Hängenbleibens des Leitwerks zunimmt.

Hängt natürlich auch sehr vom Gewicht des Fliegers ab bzw. Verhältnis Antrieb/ Gewicht und Auftriebsverhalten des Gerätes. Einen 4,5kg Motorsegler kann ich als Rechtshänder mit links und Windstille nicht sicher auf Fluggeschwindigkeit bringen, das geht nur mit rechts und ein paar Metern Anlauf. Aber auch da, wie hier schon immer angesprochen, Höhe leicht gezogen und Abwurfwinkel leicht nach oben.
Bei Wind ab 3-4m/s geht das auch mit links und Hand am Knüppel einwandfrei.

Nachdem der Flieger eingeflogen ist und Du das Startverhalten kennst, kannst Du auch mit der Steuerhand einen sicheren Start hinbekommen.

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
#7
Als Alternative und falls du Rechtshänder bist, könntest du auch den Motor über einen 3-pos Switch links mit Sanftanlauf schalten, das mach ich bei meinen Seglern mit Hilfsmotor ;) grundsätzlich so. Der Drosselhebel bremst bei mir im unteren Viertel, sonst hat er keine Funktion.

Den Motorschalter habe ich noch mit einem Stück Silikonschlauch verlängert, so dass ich ihn auch im Stress sicher erwischen kann.

Segelfliegerstress ≙ Racecopterflieger kurz vor dem Einschlafen :D
 

Norbert

Erfahrener Benutzer
#8
Hallo,

schließe mich den Vorschlägen an, aber nochmals zusammenfassen und etwas konkretisierend, da ich viele Besenstiel Segler fliege:

- Halte den Segler nicht hinter den Flächen, wenn er dir auskommt kracht er in den Boden, da er vorne nach unten kippt. Wenn der Rumpf wirklich dünn ist kannst du ihn auch direkt vor den Flächen umfassen.
- Nimm wirklich Schleifpapier ( z.B. 180er) und klebe es mit Doppelseitigem Klebeband links und rechts an den Rumpf, dort wo Daumen und Zeigefinger halten ( 4x2cm reichen).
- Wirf in in einem Winkel von 15-20° leicht nach oben. Lass den Motor vorher mit Halbgas laufen und erst im Moment des Wurfes gib Vollgas. Das erleichtert bei starken Antrieben die Kontrolle ).
- Was ich noch nicht probiert habe ist eine Startstellung, bei der Wölb- und Querrruder leicht nach unten stehen ( ähnlich Thermikstellung, nur mehr - wie bei einem Windenstart ). Das erhöht den Auftrieb und reduziert die Mindestfluggeschwindigkeit. Das will ich bei meinen dicken Brocken für Handstart mal probieren.

Norbert
 

Hape1

Erfahrener Benutzer
#9
Gewicht und Leistung wären noch interessant. Ein Getriebeantrieb mit dieser Schraubengröße sollte den Segler eigentlich auch durchziehen, wenn er in einem Winkel nach oben abgeworfen wird.

Falls Gewicht und Leistung es erfordern, die von QC vorgeschlagene Lösung, die Flugphase kann man ja gleich umschalten, wenn man beide Hände am Sender hat.
Uih, viel los hier, danke!

Hier noch die gewünschten Fakten:
Gewicht der Maschine knapp 2,5 kg, Antrieb Tenshock EDF TS-EZ1530 - 8T - 4pol 3480KV mit Micro Edition 5:1N /T an Klapplatte GM CFK 17 x 7 das Ganze an 3S --> ergibt einen moderaten Strom von etwa 43A ...

Ach ja, der Gasknüppel (rechts) ist bei mir ohne Ratsche, also selbstneutralisierend. Von Mittelstellung bis +100, = Vollgas. Von Mittelstellung bis -100 Butterfly.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bussard

Erfahrener Benutzer
#10
Mit klar über 500W Eingangsleistung und der großen + langsamen Latte sollte der Segler schon fast aus der Hand gezogen werden, da sollte ein deutlicher Abwurfwinkel nach oben gut gehen (20-30°).
Eine griffige Fläche für die Wurfhand, dann paßt das schon.

Gruß
 

Hape1

Erfahrener Benutzer
#11
... ok, da ich als "Wildflieger" meistens alleine unterwegs bin, scheint mir zunächst der Vorschlag "Schmirgelleinen für das sicher Greifen" unter der Fläche als die beste Version für einen weiteren Test.

Die jetzige Lösung "greifen am Rumpf direkt hinter der Fläche" und dann auch noch mit der linken Hand (als Rechtshänder) ist sehr unglücklich ...
 

heikop

Erfahrener Benutzer
#12
Zusätzlich würde ich noch eine Startfunktion programmieren, Motor mit Sanftanlauf und leicht Höhe
auf einen Schalter legen der nach dem Abwurf leicht erreicht werden kann.

Da wir hier ja im FrSky Forum sind und Du somit eine Taranis oder Horus hast, ist das ja eine
Sache von ein paar Minuten.
 
#13
Uih, viel los hier, danke!

Hier noch die gewünschten Fakten:
Gewicht der Maschine knapp 2,5 kg, Antrieb Tenshock EDF TS-EZ1530 - 8T - 4pol 3480KV mit Micro Edition 5:1N /T an Klapplatte GM CFK 17 x 7 das Ganze an 3S --> ergibt einen moderaten Strom von etwa 43A ...

Ach ja, der Gasknüppel (rechts) ist bei mir ohne Ratsche, also selbstneutralisierend. Von Mittelstellung bis +100, = Vollgas. Von Mittelstellung bis -100 Butterfly.
Hallo,

um eine exakte Leistungsberechnung zu machen, wäre zumindest noch die Flügelfläche von Interesse, sowie die Art des Modells (F3B/F3F oder F5J). Bei einem Modell der F3X Kategorie wären 200W pro Kilo ein guter Wert, so dass auch ein Start "durch Loslassen" des Modells möglich wäre. Zudem wäre dann die Griffvariante "vor der Fläche" kein Problem. Bei der F5X Variante reichen auch ein paar Watt weniger, um das Modell mit einem leichten Schubs in die Luft zu befördern.
Ich selbst habe das Problem, dass ich Mode 2 (Gas links, Höhe rechts) fliege, aber nur mit der rechten Hand werfen kann. Deshalb habe ich alle meine Modelle antriebsmäßig "etwas optimiert" :eek:

Gruß Udo
 
#14
Hier noch die gewünschten Fakten:
Gewicht der Maschine knapp 2,5 kg, Antrieb Tenshock EDF TS-EZ1530 - 8T - 4pol 3480KV mit Micro Edition 5:1N /T an Klapplatte GM CFK 17 x 7 das Ganze an 3S --> ergibt einen moderaten Strom von etwa 43A ...
So,
ich habe mal die Daten erweitert:

LiPo 2200 mAh, 35C, Fläche 69 dm², Regler sollte eine 20%ige Sicherheit haben = 80A.

Mit GM Klappluftschrauben der Größe 17 x YY ergeben sich bei Vollgas folgende Werte (eCalc.ch):

[table="width: 500, align: left"]
[tr]
[td]GM Klapp[/td]
[td]Strom[/td]
[td]Leistung[/td]
[td]Schub[/td]
[td]Pitch Geschwindigkeit[/td]
[/tr]
[tr]
[td]17 x 7[/td]
[td]63,2A[/td]
[td]608,5W[/td]
[td]3348g[/td]
[td]64km/h[/td]
[/tr]
[tr]
[td]17 x 8[/td]
[td]68,9A[/td]
[td]654,3W[/td]
[td]3666g[/td]
[td]72km/h[/td]
[/tr]
[tr]
[td]17 x 10[/td]
[td]79,1A[/td]
[td]732,4W[/td]
[td]4234g[/td]
[td]86km/h[/td]
[/tr]
[/table]

Der beste Motor-Wirkungsgrad liegt nach den Berechnungen von eCalc bei ca. 75 - 80 % Regleröffnung.

Gruß Udo
 

devil

Erfahrener Benutzer
#16
Bei der Auslegung meiner Segler achte ich auch immer darauf dass das Schubgewicht mehr als 1:1 ist und somit kann man auch bei Windstille alleine ohne Problem Starten.
Wildflieger und fast immer allein unterwegs bin ich auch, werfen muss ich aber mit rechts (bin Rechtshänder) und bekomme auch so ohne Angst zu haben problemlos 4m mit 4960g in die Luft :D, Exakt gewogen für mich gelten die 5Kg und ich möchte schon in den Grenzen bleiben.

Ich muss zwar keine Höhe zu mischen, aber den Motor schalte ich mit der linken Hand auf 2 Stufenschalter und habe dann wenn der Motor läuft die Hand am Querruder, mit soft Anlauf über eine Kurve, das funktioniert sehr gut allerdings werfe ich immer mit voller Leistung ab und nicht erst im Flug so wie einige das machen.

Da hat jeder seine Vorlieben, so wie schon geschrieben wurde, wenn die Daten stimmen kannst du wirklich ohne große Anstrengung im Wurfarm den Flieger ca 45 grad weg schupsen, ansonsten 17X8 dann gehts Senkrecht bei den Daten.


Das mit dem Sandpapier habe ich auch schon einige male bei solch dünnen Rümpfen gesehen, macht sich gut, habe ich auch schon mal für einen bekannten geworfen, hinter der Fläche kann ich meine Modelle nicht sicher halten ohne sie im Boden zu versenken :D und vor der Fläche schon gar nicht.
 

Hape1

Erfahrener Benutzer
#17
... hier mal die von Reisenauer ermittelten Daten:

IMG_5356.jpg

Der Flieger ist der Nordkap von Küstenflieger, verbauter Akkupack Hacker TopFuel 3S 20C 3800 mAh. Die mit diesem Antriebsstrang erzielte Steigleistung reicht mir vollkommen aus. Es geht mir ausschließlich um die Startphase.

Ich glaube nach wie vor, das mein Problem durch die schlechte Abwurftechnik bedingt durch das Greifen des Rumpfes direkt hinter der Fläche provoziert wird ... Fliege noch einen FVK-Rival bei ähnlichem Gewicht und Spannweite auch mit Getriebeantrieb, werfe auch hier mit links, allerdings kann man den vieeeel besser durch den größeren Rumpf greifen und das gelingt problemlos ...

Den Gaskanal auf einen Schalter gelegt hatte ich vor der von mir nun praktizierten Knüppellösung. Ich wollte mich bewußt an das Ansteuern über den Knüppel gewöhnen, wie gesagt Gas und Quer liegen bei mir rechts und der Knüppel ist selbstneutralisierend, nicht mir Ratsche!
 
Zuletzt bearbeitet:
#18
Wo siehst du den Vorteil, den Motor über den Gasknüppel zu bedienen? Mit einem Schalter kann man Sanftanlauf konfigurieren, so dass der Motor beim Werfen beschleunigt und im Idealfall genau beim Loslassen voll läuft. Mit der Zeit bekommt man das Timing perfekt hin, kann mit rechts werfen und mit links korrigieren. Sieht außerdem cool aus ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
#20
Motormodelle fliege ich, wie vermutlich fast alle anderen auch, mit nicht neutralisierendem Gasknüppel. Bei Seglern macht das für mich wenig Sinn, deswegen meine Frage, vielleicht gibt es ja ein gutes Argument dafür, das ich noch nicht kenne. Ich bin da flexibel.
 
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