Bauteil mehrfach bearbeiten

cemizm

Erfahrener Benutzer
#1
Servus die Herren,

da ich die letzten Wochen/Monate sehr stark mit dem Gedanken einer eigenen Fräse spiele versuche ich mir zwischenzeitlich schon einiges an theoretisches Wissen anzueignen.

Jetzt stellt sich mir die Frage, wie man zb. ein Bauteil von mehr als nur einer Seite bearbeiten kann?! Klar nach dem ersten Durchgang das Bauteil drehen, aber wie kann ich es dann wieder so genau positionieren das die Bearbeitungen an die richtigen Stelle kommen.

Ein theoretischer Ansatz ist, einen Referenz Punkt, ausgehend vom gespannten Bauteil zu setzen, aber das ist dann doch sehr nach Augenmaß?!

Gruß,
Cem
 
#2
Das ganze kann man mit Zentrierbolzen machen die man fräst und damit das Bauteil fixiert. Diese müssen natürlich symetrisch sein das beim umspannen alles wieder passt. Ich hab nach dem Prinzip mal Aluausleger leichter gebohrt bzw. gefräst. Diese muss man ja auch 4x umspannen für alle Seiten. Bekannter von mir fräst so Propeller aus dem vollen er muß ja beide Seiten fräsen und spannt deshalb mit der Methode einmal um.
 
#3
Entweder über Passtifte, oder neu einmessen. Idealerweise wählt man die Bearbeitungsschritte so, dass ein eventueller Versatz nicht zu sehen ist (und nicht kritisch bzgl. Funktion).

Einmessen kann man z.B. über Kantentaster oder Kamera.

Gruss
Karl
 

cemizm

Erfahrener Benutzer
#4
Kantentaster war das richtige Stichwort :D

[video=youtube;f0od-cp_9dg]http://www.youtube.com/watch?v=f0od-cp_9dg[/video]

Gibt es noch weitere Arten zu den beiden im video aufgeführten Kantentastern? Um das zb. automatisch über die Steuerung zu machen?
 

cemizm

Erfahrener Benutzer
#5
Das ganze kann man mit Zentrierbolzen machen die man fräst und damit das Bauteil fixiert. Diese müssen natürlich symetrisch sein das beim umspannen alles wieder passt. Ich hab nach dem Prinzip mal Aluausleger leichter gebohrt bzw. gefräst. Diese muss man ja auch 4x umspannen für alle Seiten. Bekannter von mir fräst so Propeller aus dem vollen er muß ja beide Seiten fräsen und spannt deshalb mit der Methode einmal um.
ja, die Bearbeitungen an einem bestehenden Werkstück wäre die nächste Frage gewesen. Wie kann man sich das mit den Zentrierbolzen vorstellen?
 
#6
Kantentaster war das richtige Stichwort :D

Gibt es noch weitere Arten zu den beiden im video aufgeführten Kantentastern? Um das zb. automatisch über die Steuerung zu machen?
Es gibt etliche verschiedene Ausführungen in den verschiedensten Preisklassen. Automatik ist bei einer Hobbyfräse kaum sinnvoll - man muss das Ding ja ein- und wieder ausspannen. Mich stört das sehr, weil man ja dann auch das Werkzeug neu einmessen muss. Deshalb benutze ich eine Kamera. Metallische Werkstücke kann man auch direkt mit dem Fräser/Bohrer antasten - das funktioniert zumindest für Z ganz prima...
 
#7
ja, die Bearbeitungen an einem bestehenden Werkstück wäre die nächste Frage gewesen. Wie kann man sich das mit den Zentrierbolzen vorstellen?
Weiss nicht ob mein Vorredner das gemeint hat aber ich bin schonmal so vorgegangen: Eine Unterlage aus Alu im Schraubstock eingespannt, plangefräst und zwei Passstiftbohrungen eingefräst. Darin dann Passstifte eingepresst. Jetzt kann man die Rohteile jeweils ebenfalls mit zwei durchgehenden Passstiftbohrungen mit einer leichten Spielpassung versehen. Damit kann man sie dann auf der Unterlage sehr genau fixieren und auch rumdrehen.
Allerdings hat sich gezeigt, dass ein guter Niederzugschraubstock ähnlich gute Resultate ermöglicht, ohne Extrabohrungen. Ich benutze diese hier: https://www.wabeco-remscheid.de/ind....html&XTCsid=ae6e315c82098f73de4fd721862e2a7c
Man kann so einen Schraubstock mittels Messuhr in allen drei Achsen auf ein hundertstel genau einmessen, so das er perfekt rechtwinklig auf der Fräse steht. Die dicke feste Backe dient dann als Referenz und Anschlag, und als Nullpunkt wird die Ecke der Backe eingemessen. Damit kriegt man beim rumdrehen des Werkstücks Genauigkeiten von 2-3 hundertsteln.

Grüße
Andreas
 

cemizm

Erfahrener Benutzer
#8
Hey Andreas,

Das gefällt mir. Lässt du den Schraubstock immer drauf oder misst du den jedesmal aufs neue ein? Wie ermittelst du den Offset zum Werkstück?

Gruß,
Cem
 
#9
Aktuell muss ich ihn öfter einmessen, da ich ihn zum Fräsen von größeren Platten runternehmen muss. Ich hab aber den Frästisch einmal überplant, so muss ich nur zwei Achsen einmessen. Für die anderen Achsen plane ich gerade Passstifte im Frästisch einzulassen, an die ich den Schraubstock anschlagen kann. Weiss aber noch nicht ob das genau genug wird.
Was du genau mit Offset zum Werkstück meinst ist mir nicht klar. Den Nullpunkt messe ich klassisch mit einem nassen Stück Papier an der Backe ein. D.h. Papier mit Bügelmessschraube in der Dicke messen und mit Spucke an die Back kleben. Dann mit dem Fräser anfahren bis es angeritzt wird und so den Nullpunkt einstellen. Alles weitere wird dann durch die "richtige" Abfolge der Frässchritte gemacht. Für exakte Höhen benutze ich Parallelunterlagen.
Hier ein Beispiel: Es soll ein Teil einstehen was von zwei gegenüberliegenden Seiten bearbeitet wird. Das Rohteil wird etwas größer gewählt als das resultierende Teil z.b. 3mm höher und wird mit diesen 3mm (abzgl. etwas Sicherheitsabstand vom Schraubstock) eingespannt und von einer Seite bearbeitet. Dabei entsteht eine Kante die die Referenz für die Bearbeitung von der anderen Seite ist. Diese Kante wird an die Schraubstockbacke angelegt nachdem das Teil rumgedreht wird. Jetzt werden erstmal die verbleibenden 3mm geplant und dann folgen die Bearbeitungsschritte der anderen Seite. Geht natürlich nur wenn irgendwo am Teil eine Kante bleibt die als Referenz genutzt werden kann. Geht das nicht hilft wieder die Passstiftmethode.

Grüße
Andreas
 
#11
Normaler Weise arbeitet man mit Anschlägen (wie Passstifte, Schraubstockbacken, Spannzangen etc.). Diese nennen sich Referenzpunkte. Wenn man aber, ein Werkstück von einer Seite bearbeitet hat und möchte es umspannen, dann reichen keine Punkte mehr, sondern man muss Bearbeitungsebenen einrichten und einmessen. Das geht nur mit einer Messuhr.

Grüße Radu
 
FPV1

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