Materialauswahl und Konzeptionierung einer CNC-Eigenbaufräse

Marc P.

Erfahrener Benutzer
#1
Hallo zusammen!

ich bin gerade dabei meine Eigenbaufräse zu konstruieren. Im Paralleluniversum gibt es bereits ein Thread, da dort aber leider kaum noch konstuktive Rückmeldungen kommen und hier, bezüglich Eigenbau, qualitativ und quantitativ mehr los ist, möchte ich die Diskussion gern hier weiterführen. Bisher wurden ein paar Konzepte zur Ausführung des Portals mit Y- und Z-Achse diskutiert. Hier hat Karl schon tatkräftig mitgewirkt.

Hier ein Paar Eckdaten:

Ich bin sehr günstig an ABBA Linearführungen gekommen und werde diese für meine Fräse einsetzen. Die Verfahrwege sind folgendermaßen geplant:

X= ca. 1040 mm
Y= ca. 560 mm
Z = max. 200 mm eher weniger

Als Steuerung soll das bekannte TripleBeast eingesetzt werden. Mit der Fräse soll: Depron, Schaum, Formenmaterial, Holz, Kuststoff über GFK und CFK bis hin zu Aluminium gefräst werden.

Die Konstruktion der X-,Y-Achse steht weitestgehend fest. Hier werde ich zu Gunsten der Steifigkeit, den Verfahrweg der Z-Achse (bisher waren 200 mm angedacht) nochmal überdenken bzw. reduzieren.

Für die statische Auslegung der Komponenten rechne ich mit 100N an der Fräserspitze. Die momentanen Werte der Durchbiegungen des jetzigen Konstruktionsstandes werde ich mal aufbereiten und hier einstellen.

Zu den Möglichkeiten: Ich arbeite seit 2,5 Jahren als Konstrukteur im Maschinebau/Automatisierungstechnik. Dadruch habe ich die Möglichkeit, die Bauteile in der Firma fertigen zu lassen. Im CAD Bereich nutzen wir Inventor, welches ich für die 3D Konstruktion der Fräse nutze.

Hier der bisherige Entwurfsstand

Fräse:

Portalfräse_03.jpg

Auf der X-Achse sollten 25 ger und auf der Y- und Z-Achse 20 ger Kugelumlaufführungen eingesetzt werden.

Y-Z-Ache:

Y-Z-Achse_30.jpg Y-Z-Achse_31.jpg Y-Z-Achse_32.jpg Y-Z-Achse_33.jpg


Was ist geplant?

Ich bin momentan am überlegen ob ich bei dem Grundgestell doch auf eine Schweisskonstruktion gehe. Ich werde das konstruktiv mal betrachten und rechnen. Außerdem werde ich den Zusatzaufwand abschätzen und Vor- und Nachteile bewerten. Die Ausführung mit Schweissgestell würde ich generell so umsetzen wie auch das Gestell aus Al-Profilen (Führungen seitlich, usw).

Dann ziehe ich als Alternative für das schwere 160x80 ger Al-Profil des Portalbalkens eine Schweisskonstruktion aus Alu Rechteckrohr mit aufgeschweissten Flacheisen in betracht. Das würde deutlich Gewicht sparen und wäre bezüglich Biegesteifigkeit sehr ähnlich und die Torsionssteifigkeit ist besser.

Hier habe ich zwei Konzepte. Das Erste besteht aus einem Rechteckrohr 160x80x4. Im Bereich der Führungen wird Aluflach aufgeschweisst. Seitlich wird das Profil mit Aluflach verschlossen. Die Anschraubflächen der Führungen und die seitlichen Kontaktflächen werden bearbeitet und in die seitlichen Flächen werden Gewinde geschnitten.

Portalbalken_03.1.jpg Portalbalken_03.2.jpg

Das Zweite Konzept ist ähnlich aufgebaut. Es besteht aus zwei Quardatrohren 80x80x4.

Portalbalken_04.1.jpg Portalbalken_04.2.jpg

Der Grund für das zweite Konzept sind Bedenken, ob die Bereiche der angeschraubten Führungen steif genug sind. Wenn das Rohr in diesem Bereich bei Belastung der Führungen "atmet", dann hat das Ungenauigkeiten zur Folge. Alles im tausendstel bis hundertstel Bereich versteht sich. Die beiden Profile und die Flacheisen werden mit unterbrochenen bzw. durchgehenden Schweissnähten verschweisst werden.

Die Hauptvorteile der beiden Varianten wäre das geringere Gewicht. Hier mal die relevanten Werte im Vergleich.

ITEM 160x80 natur

Flächenträgheitsmoment um X = 12.283.300 mm^4
Flächenträgheitsmoment um Z = 3.608.900 mm^4
Torsionsflächenmoment = 3.974.100 mm^4
Durchbiegung bei zwei Auflagern und 100 N mittig um X = 0,0009 mm
Durchbiegung bei zwei Auflagern und 100 N mittig um Y = 0,003 mm
Gewicht bei 730 mm Länge = 9,86 kg


Rechteckrohr 160x80

Flächenträgheitsmoment um X = 7.320.114 mm^4
Flächenträgheitsmoment um Z = 2.643.321 mm^4
Torsionsflächenmoment = 4.847.059 mm^4
Durchbiegung bei zwei Auflagern und 100 N mittig um X = 0,0016 mm
Durchbiegung bei zwei Auflagern und 100 N mittig um Y = 0,004 mm
Gewicht bei 730 mm Länge = 5,2 kg


2x Quadratrohr 160x80

Flächenträgheitsmoment um X = 7.324.102 mm^4
Flächenträgheitsmoment um Z = 2.914.839 mm^4
Torsionsflächenmoment = muss mal gucken wie ich das rechne (Abschätzung: besser als Variante 2)
Durchbiegung bei zwei Auflagern und 100 N mittig um X = 0,0016 mm
Durchbiegung bei zwei Auflagern und 100 N mittig um Y = 0,004 mm
Gewicht bei 730 mm Länge = 6,3 kg

Sicher ist der Fertigungsaufwand höher, aber die Gewichtseinsparnis ist meiner Meinung nach nicht zu verachten.

Wie schon geschrieben, werde ich die errechneten Durchbiegungen mal zusammen schreiben, damit die Gesamtauslegung durchsichtiger wird. Gerade der Portalbaklen ist hier deutlich überdimensioniert. Der Grund dafür ist aber die nötige Bauhöhe, um beide Y-Führungen vorn vor dem Balken positionieren zu können.

Gruß Marc
 
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#2
Moin Marc,

Dann ziehe ich als Alternative für das schwere 160x80 ger Al-Profil des Portalbalkens eine Schweisskonstruktion aus Alu Rechteckrohr mit aufgeschweissten Flacheisen in betracht. Das würde deutlich Gewicht sparen und wäre bezüglich Biegesteifigkeit sehr ähnlich und die Torsionssteifigkeit ist besser.
Ich hatte mal was Ähnliches vor und habe das mit 2 Bekannten (einer ist Dr.-Ing Masch.-Bau, einer Schweißingenieur) diskutiert. Einhellige Meinung: Finger weg, wenn man Genauigkeiten im hundertstel Bereich braucht. Das wird sich massiv verziehen und man kriegt Spannungen in Größenordnungen rein, aber nicht wieder raus. Mit Stahl wäre das machbar (Spannungsarm glühen und dann überfräsen) - mit Alu ist mir da keine Möglichkeit bekannt, dass das nicht krumm wird.

Wenn Du Kastenprofile nehmen willst, könntest Du die Verstärkungen auch einkleben.

Ich sehe allerdings keinen Grund, unbedingt ein paar Kilo am Portal einsparen zu müssen - das spielt für die Dynamik keine große Rolle und Masse ist ja auch von Vorteil an den Stellen, wo die Schwingungen entstehen.
Im Gegentum - ich würde die Masse noch erhöhen (Sandfüllung).

Ich habe mein Portal grade um ca. 6kg schwerer gemacht und es ist kein Unterschied in der Dynamik feststellbar. Also 12m/Min mit 1000er Rampen macht das Ding nach wie vor bei 3Nm/5A-Motor und tb.

Gruss
Karl
 

Marc P.

Erfahrener Benutzer
#3
Hallo Karl,

an Spannungen durch das Schweißen habe ich auch schon gedacht, konnte aber nicht einschätzen wie stark sich das auswirken würde. Ein Verzug im Hundertstelbereich ist da sicher schnell drin. Ok, dann werde ich diese Möglichkeit wieder verwerfen. Wenn man weiss wie man es nicht machen sollte, dann ist das ja auch eine Erkenntnis.
Dann werde ich bei dem 160x80 ger AL-Profil bleiben. Die Bearbeitung stelle ich mir wie folgt vor:

Auf dem Horizontalfräswerk wird erst die Unterseite der Profil "eben sauber" überfräst. Dann wird das Profil auf die bearbeitete Fläche aufgestellt und die Rückseite wird gegen einen Anschlag geschoben, damit die Vorderseite (Anlagefläche für die Linearschienen) bearbeitet werden kann. Als letztes wird das Profil um 90° gedreht um die Stirnseiten zu bearbeiten. Auflage-, und Anschlagfläche sind dann bearbeitet. So ist gewährleistet, dass eine sehr genaue Lagetoleranz zwischen der vorderen Anschraubfläche und den Stirnseiten besteht.

Bezüglich Gewichtseinsparnis habe ich das bisher so verstanden, dass man das Portal für bessere Dynamik nicht unnötig schwer machen sollte. Ich werde das mal zusammenrechnen, aber ich denke mein Portal liegt zwischen 40-50 kg mit allem drum und dran.

Gruß Marc
 
#4
...ich hab mal alle Achsen auf 9m/Min gestellt und die Rampen auf 2000 (2m/s²)

http://youtu.be/Si3Olx15UQM

Das würde ich in der Praxis nie machen, weil es einfach zu harte Schläge auf die Antriebe gibt, aber bzgl. Dynamik sind da noch einige Reserven. Verfahrgeschwindigkeit wird auch nicht von Mechanik/Antrieb limitiert, sondern von Mach3 per Parallelport ..

..also die Einzelachsen kann ich mit 12m/Min fahren, aber mehrere gleichzeitig nicht. Produktiv geht das natürlich nicht, weil die Motoren bei der Drehzahl keine Kraft mehr haben.

Gruss
Karl
 
#6
Auf dem Horizontalfräswerk wird erst die Unterseite der Profil "eben sauber" überfräst. Dann wird das Profil auf die bearbeitete Fläche aufgestellt und die Rückseite wird gegen einen Anschlag geschoben, damit die Vorderseite (Anlagefläche für die Linearschienen) bearbeitet werden kann. Als letztes wird das Profil um 90° gedreht um die Stirnseiten zu bearbeiten. Auflage-, und Anschlagfläche sind dann bearbeitet. So ist gewährleistet, dass eine sehr genaue Lagetoleranz zwischen der vorderen Anschraubfläche und den Stirnseiten besteht.
Ich weiss nicht, ob man den Aufwand treiben muss/sollte. Bzgl Auflage musst Du sowieso "mitteln" - die Lage der Verschraubungen zur überfrästen Vorderkante kriegst nicht aufs µ hin. Wenn das in einer Aufspannung geht, dann würde ich nur Vorderseite und die Stirnseiten machen. Als Bezugsfläche dann ober- oder Unterkante flächig anliegen lassen. Das ist auch reproduzierbar. Die Dinger sind ja stranggepresst und jede flächige Überfräsung kann dazu führen, dass das Ding einen Buckel macht....

EDIT: Ich würde eher nicht "auf Zwang" einspannen und lieber 2* drüber

Bezüglich Gewichtseinsparnis habe ich das bisher so verstanden, dass man das Portal für bessere Dynamik nicht unnötig schwer machen sollte. Ich werde das mal zusammenrechnen, aber ich denke mein Portal liegt zwischen 40-50 kg mit allem drum und dran.
50 Kilo sind doch gar kein Problem. Eher unnötig dicke Motoren und/oder Spindeln.

Gruss
Karl
 
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#7
Hab vergessen, das nach dem Umbau zu wiegen. Schätze mal aktuell so um 45kg. Da würde ich bedenkenlos noch 20 Kilo mehr draufpacken.


Ich könnte mir vorstellen, dass ich ein Teil dieser Reserven mit einem höheren Gewicht des Portals aufbrauche.
Aber das waren doch schon die doppelten Beschleunigungswerte, als ich in der Praxis fahre. Die Geschwindigkeit wirst Du vermutlich ohnehin nicht schaffen, weil Deine Spindel deutlich länger ist...
 

Marc P.

Erfahrener Benutzer
#8
...Wenn das in einer Aufspannung geht, dann würde ich nur Vorderseite und die Stirnseiten machen...
EDIT: Ich würde eher nicht "auf Zwang" einspannen und lieber 2* drüber
Hallo Karl,

auf zwang eh nicht ;-)
Man könnte den Portalbalken auch auf dem Bearbeitungszentrum fräsen. Ich überlege schon die ganze Zeit wie man das am besten in einer Aufspannung hin bekommt. Dann könnte man das Profil liegend mit der Anschraubfälche der Führungsschienen nach oben in den Schraubstock einspannen und dann in einer Aufspannung die Anschraubflächen und die Stirnseiten bearbeiten. Einzieger Nachteil dabei ist, dass man mit einem lang auskragenden Fräser die Stirnseiten überfräsen muss (80 mm Höhe). Wenn man dazu aber einen Fräser mit grossem Durchmesser nimmt und wenig abnimmt, dann sollte das gehen. Da es hier eben um hundertstel geht, ist umspannen sicher nicht die beste Wahl.

50 Kilo sind doch gar kein Problem. Eher unnötig dicke Motoren und/oder Spindeln.
Ok dann sollte ich im grünen Bereich liegen.

Hab vergessen, das nach dem Umbau zu wiegen. Schätze mal aktuell so um 45kg. Da würde ich bedenkenlos noch 20 Kilo mehr draufpacken.

Aber das waren doch schon die doppelten Beschleunigungswerte, als ich in der Praxis fahre. Die Geschwindigkeit wirst Du vermutlich ohnehin nicht schaffen, weil Deine Spindel deutlich länger ist...
Welche Verfahrwege hat deine "große"?

Ich liege mit den 1040 mm X-Weg bei ca. 1100 mm freier Spindellänge. Dies ergibt mit Fest/Fest Lagerung dann 9 m/min. Welche Kennwerte der Stepper geben vor, wieviel der Schrittmotor kann, bzw. was ist hier der limitierende Faktor?

Wie erkennt man die Grenze? Bekommt man dann einfach Schrittveluste und dreht dann soweit runter bis alles wieder sicher und verlustfrei läuft? Wenn die Spindel dazu noch einen Schlag hat, dann wird die max. Drehzahl warscheinlich noch mal deutlich reduziert.

Was würdest du meiner Konfiguration denn in der Praxis zutrauen, wenn die Spindel rund läuft?

Gruß Marc
 
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#9
Einzieger Nachteil dabei ist, dass man mit einem lang auskragenden Fräser die Stirnseiten überfräsen muss (80 mm Höhe). Wenn man dazu aber einen Fräser mit grossem Durchmesser nimmt und wenig abnimmt, dann sollte das gehen. Da es hier eben um hundertstel geht, ist umspannen sicher nicht die beste Wahl.
Mit einem dicken Walzenstirnfräser auf einer steifen Maschine sehe ich da kein Problem. Auf einer Käsefräse wird das nix - da musst den Fräsmotor kippen. Die Profile einfach 1-2mm länger zuschneiden lassen.

Welche Verfahrwege hat deine "große"?
~800x450x140

Welche Kennwerte der Stepper geben vor, wieviel der Schrittmotor kann, bzw. was ist hier der limitierende Faktor?
Drehmoment bei Drehzahl. Mit Steppern bist Du aber immer bei 2000 rpm schon mausetot - da helfen nur größere Steigungen oder Servos. Da fährst Du dann bis zu 5000rpm mit vernünftigem Drehmoment.

Den habe ich auf der langen Achse: http://www.benezan-electronics.de/datasheets/HS60-2150_Daten.pdf

Wie erkennt man die Grenze? Bekommt man dann einfach Schrittveluste und dreht dann soweit runter bis alles wieder sicher und verlustfrei läuft?
Am besten Vorschub immer weiter hoch, bis er beim anfahren an der "schwersten" Stelle zu kreischen anfängt. Das hört man dann schon... :D Produktivwerte dann mit ausreichend Sicherheit wählen.

Wenn die Spindel dazu noch einen Schlag hat, dann wird die max. Drehzahl warscheinlich noch mal deutlich reduziert.
Ja.

Was würdest du meiner Konfiguration denn in der Praxis zutrauen, wenn die Spindel rund läuft?
Also ich fahre in der Praxis einen Eilgang um 8000-8500 mit 5mm Steigung im Zehntelschritt - das sollte Deine auch schaffen.

Gruss
Karl
 

Marc P.

Erfahrener Benutzer
#10
Durchbiegungen

Hier mal zur Übersicht die Durchbiegungen der relevanten Bereiche des Portals:

Seitenwangen

Aufbau: 25 mm Plattenstärke, 200 mm Wangenbreite, 12° Neigung (vorläufig)
Lastfall: einseitig fest eingespannt
Freie Länge: 277 mm (Abstand untere Schraube Portalbalken bis Mitte X-Führung)
Kraft: 100N/2
Flächenträgheitsmoment: 266.927 mm^4

Durchbiegung: 0,019 mm

Portalbalken

Aufbau: ITEM Profil 160x80 natur
Lastfall: zwei Auflager
Freie Länge: 730 mm
Kraft: 100N mittig
Flächenträgheitsmoment um X: 12.283.300 mm^4
Flächenträgheitsmoment um Z: 3.608.900 mm^4

Durchbiegung um X: 0,001 mm

Durchbiegung um Z: 0,003 mm

Z-Achse

Aufbau: 20 mm Plattenstärke (teilweise ausgefräst), 170 mm Wangenbreite
Lastfall: einseitig fest eingespannt
Freie Länge: 225 mm (Abstand Fräserspitze bis Unterkante Führungswagen)
Kraft: 100N
Flächenträgheitsmoment: 181.144 mm^4 (Führungsschienen mit einberechnet und die Durchbiegung vereinfach als alles Alu gerechnet)

Durchbiegung: 0,03 mm

Durchbiegung bei 25 mm Plattenstärke: 0,018 mm

Bei der Bemessung des Portalnicks besteht das Problem, dass die Steifigkeit der Führungen nicht bekannt sind. Ich habe nun über die Aussenkanten der X-Linearsets gemessen einen Abstand von 214 mm (Mittenabstand 126 mm). Ich denke dabei bleibts erstmal.

Die Seitenwangen in 25 mm und die Z-Achse ebenfalls in 25 mm ergeben Verformungen die zusammen passen. Ich werde den Verfahrweg der Z-Achse noch um 30 mm verringern. (Dann passts gerade noch mit dem Bohrungsabstand der Linearschienen). Dann passe ich die Höhe der Seitenwangen an, die dadurch noch etwas niedriger werden und dann sollte es stimmig sein.

Gruß Marc
 
#11
...ich hatte ja schonmal angeregt, für die Portalwangen ein 200x40 Item-Profil zu betrachten. Das hat die Durchbiegung einer 34mm-Platte und das Gewicht einer 20er. Neigung wird problematisch wg. des Lochrasters für die Portalbefestigung - dann müsste man evtl. auf ein 240er senkrecht gehen. Das wiegt aber auch weniger als eine 25er Platte und ist deutlich steifer.

Konstruktiv sollte das machbar sein und die Kosten sind neutral bzw. sogar günstiger....


...ich hatte übrigens schonmal eine Berechnungsformel gefunden, wie stark die Wagen einfedern (in Abhängigkeit von Last und Vorspannung) - glaube, bei Hiwin wars. Finde ich auf die Schnelle nicht wieder....

Gruss
Karl

Edith meint: Zumindest was (Seite 7) - leider wird K0 nicht betrachtet; denke, Schlüsse kann man trotzdem ziehen. Von 1/100 würde ich mindestens ausgehen....
http://www.romani-gmbh.de/A-PDF/deutsch/PR-SBC-Profilschienen.pdf
 
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Marc P.

Erfahrener Benutzer
#12
...ich hatte ja schonmal angeregt, für die Portalwangen ein 200x40 Item-Profil zu betrachten. Das hat die Durchbiegung einer 34mm-Platte und das Gewicht einer 20er. Neigung wird problematisch wg. des Lochrasters für die Portalbefestigung - dann müsste man evtl. auf ein 240er senkrecht gehen. Das wiegt aber auch weniger als eine 25er Platte und ist deutlich steifer.

Konstruktiv sollte das machbar sein und die Kosten sind neutral bzw. sogar günstiger....


...ich hatte übrigens schonmal eine Berechnungsformel gefunden, wie stark die Wagen einfedern (in Abhängigkeit von Last und Vorspannung) - glaube, bei Hiwin wars. Finde ich auf die Schnelle nicht wieder....

Gruss
Karl
Ich habe nun nochmal an dem Verfahrweg für Z gefeilt. Ich habe nun auf folgende Werte reduziert:

Portaldurchlass: 181 mm (zwischen UK Y-Wagen und OK Grundrahmen)
Verfahrweg Z-Achse: 174 mm (um 16 mm reduziert)
Durchbiegung Seitenwange: 0,015 mm
Durchbiegung Z-Achse: 0,014 mm

Die Annahme der Seitenwange als einseitig fest eingespannt ist eine Annahme auf der sicheren Seite, da die Unterseite der Seitenwange erstens etwas durch das Linearset abgestützt wird und die Seitenwangen zweitens unten über eine Platte verbunden sind. Somit haben wir einen Kasten.

Aus diesem Grund und da ich ein zerfrästes Al-Profil als Seitenwange nicht so gut finde, werde ich es bei den Werten belassen. Mal davon abgesehen, dass 0,015 mm Durchbiegung ja schonmal kein ganz schlechter Wert ist.

Das mit dem Einfedern der Sets ist interessant. Meinst du du findest das wieder?

Gruß Marc
 
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Marc P.

Erfahrener Benutzer
#13
Edith meint: Zumindest was (Seite 7) - leider wird K0 nicht betrachtet; denke, Schlüsse kann man trotzdem ziehen. Von 1/100 würde ich mindestens ausgehen....
http://www.romani-gmbh.de/A-PDF/deutsch/PR-SBC-Profilschienen.pdf
Da es nur ein Vergleich ist und für die Verformung keine Beträge angegeben werden, ist es schwierig ein Schluss daraus zu ziehen wieviel die Wagen wirklich nachgeben.
Da die Schienen da sind und ich einen, von den konstruktiven Proportionen stimmigen Abstand der Führungswagen gewählt habe, sollte ich es so bauen und gucken was passiert. Wenn alle Stricke reissen, gibts halt ein Satz neue Sets mit Vorspannung.

Falls du die Formeln von Hiwin trotzdem noch findest, bitte bescheid sagen!

Gruß Marc
 
#14
Durchbiegung Seitenwange: 0,15 mm
Durchbiegung Z-Achse: 0,14 mm
Ich hoffe, da fehlt jeweils noch eine 0 :D
Ansonsten sieht das stimmig aus....

Die Annahme der Seitenwange als einseitig fest eingespannt ist eine Annahme auf der sicheren Seite
Nö - das sind realistische Werte - habs nachgemessen.
In Deinem Fall würde ich sowieso statisch überdimensionieren, um das Spiel der Wagen zumindest teilweise zu kompensieren.


da ich ein zerfrästes Al-Profil als Seitenwange nicht so gut finde
Nun - wenn es um bessere techn. Parameter geht, ist mir die Optik erstmal egal. Das muss ja nicht nach "zerfrästen Profilen" aussehen. Für meine nächste Planung ist das definitv in der engeren Wahl.

Das mit dem Einfedern der Sets ist interessant. Meinst du du findest das wieder?
Hab schon eben editiert....
 

Marc P.

Erfahrener Benutzer
#15
ITEM-Profil

Hallo,

da ich gerade eins eingesetzt habe, habe ich in der Firma mal ein Bild von einem leichten 80x40 mm ITEM-Profil gemacht. Hier bekommt man ein gutes Gefühl davon, wie krumm die Dinger sind. Ich schätze, das schwere Profile etwas weniger krumm sind, weiss es aber nicht genau. Wie es mit Verdrehung oder Biegung aussieht, habe ich nicht getestet.

Wenn man Führungsschienen auf Al-Profile aufschrauben will, sollte man wohl in jedem Fall überfräsen, wenns genau werden soll.

ITEM-Profil.JPG

Gruß Marc
 
#16
Ja - das ist normal. Meist ist eine Seite etwas besser, aber richtig grade sind die nie. Hatte erst kürzlich (mal wieder) was dazu geschrieben. Je steifer die Kiste wird, um so problematischer...

Gruss
Karl
 

Marc P.

Erfahrener Benutzer
#19
Hallo,

mal im Vergleich zum ITEM-Profil hier zwei MK-Profile. Diese sind im Querschnitt deutlich gerader als das ITEM-Profil.

MK 100x50 mm

MK-Profil_01.JPG


MK 100x100 mm

MK-Profil_02.JPG

Das 100x100 hat mittig leider relativ wenig Fleisch zum überfräsen.

Gruß Marc
 

Marc P.

Erfahrener Benutzer
#20
Portal Y-Z-Achse

So das Portal incl. Z-Achse ist nun soweit "fertig". Die ein oder andere Änderung nach neuen Erkenntnissen oder Anmerkungen wird aber sicher noch einfließen. Die Bohrungen für die Y-Spindel in den Portalwangen sind auf beiden Seiten gleich, so kann man, je nach Aufstellort im Keller den Antrieb links, oder rechts montieren. Das Blech für die Anbindung der Energiekette sollte ich dann evtl. auch noch symmetrisch ausführen, damit ich dann auch die Energiekette drehen kann.
Was noch fehlt ist die untere Platte zwischen den Portalwangen und die Positionierung von Reftastern. Da werde ich mich mal mit beschäftigen wenn ich Lust dazu habe.
Das Gewicht in dem Zustand auf den Bildern, ohne Schrauben, Kabel ect. liegt bei um die 50 kg.

Die Verkleidung der Z-Achse aus einem gekanteten Blech zu erstellen ist Fertigungstechnisch leider nicht möglich, da die Schenkel zu lang sind.


Portal_01.jpg

Portal_02.jpg


Gruß Marc
 
FPV1

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