Amperemeter zeigt weniger als erwartet.

#1
Servus Leute,
Ich habe 4 mal den T-motor f60 pro IV 1950 KV.
Aus den Daten habe ich gelesen, dass er angeblich etwas über 50 Ampere bei 100% Throttle ziehen soll.

Jetzt habe ich mein Amperemeter auf dem FC kalibriert und er zeigt gerade mal etwas über 80 Ampere an.
Sollte er nicht bei 200 Ampere sein?

Vielleicht kann ja einer von Euch helfen.
Grüße
Florian T-Motor-F60-IV-Promo-3.jpg
 
#2
Die Frage ist, was der Akku überhaupt für einen Strom liefern kann. Wenn der Innenwiderstand des Akkus zu hoch ist, bricht die Spannung ein und auch der Strom.
Bei einem Akku mit 5mOhm/Zelle Innenwiderstand bricht die Spannung bei 200A um 1V/Zelle ein. Dann liefert dein 6S Akku 6V weniger.
 

Merak

Well-known member
#3
Verstehe ich hier was falsch oder wollt Ihr tatsächlich über die Leistungsaufnahme eines Brushless diskutieren ohne zu wissen was er eigentloch leisten muss/soll (Luftschraube?) und mit welcher Spannung er betrieben wird (Akku?)?
Die Frage ist ernst und nicht ironisch gemeint. Ich kenne mich mit Drohnen nicht aus und vielleicht geht das ja implizt aus den technischen Angaben irgendwe hervor ...(?)
Als Flächenflieger sieht das für mich bis hierhin ziemlich sinnlos aus :-(
 
#4
Luftschraube und Spannung stehen ja bei den Motordaten: T5149 TriBlade bei 22,77V was auf einen 6S Akku hindeutet. Die Frage ist nur, ob der Motor an einem Netzgerät betrieben wurde, als die Daten aufgenommen wurden oder an einem realen Akku.
 
#5
Entschuldigt, ich bin erst seit 2 Monaten im FPV Fieber, deshalb fehlen vielleicht Daten, die wichtig gewesen wären...
Mein Akku ist ein 6S mit 1550 mAh und 100C
 

FlexBO

Well-known member
#6
Und welcher Akku genau ?
Eine vernünftige Antwort kann man nur erwarten wenn man auch etwas Input liefert. Wir haben bis jetzt den Motor und eine Akku Blackbox mit unbekannten Werten.
Was ist das für ein Quad ? Welcher ESC u. FC sind verbaut ?
Frame, Propeller, Gesamtgewicht? Funke richtig justiert (1000..2000) ?

Die 200A wirst du aber sowieso nur in der Theorie erreichen.
 

Merak

Well-known member
#7
Ok, T5149 Tri-blade ist also ein Propeller ... Die 22,7V hatte ich als technische Angabe des Motors verstanden. D.h. also, es ist ein fertiges Setup, das durch die Daten beschrieben wird. Und dieses Setup zieht mutmasslich nur 20A pro Motor und nicht die erwartenden 50A, richtig?

Stimmen den die 80A? Sind die durch einen unabhängigen Strommesser bestätigt oder nur als Telemetriewert verfügbar? Müssen die Regler eventl. auf den Gasweg kalibriert werden?
 
#8
was soll es für ein Quad sein? 4 Motoren mit Propeller, ESC, FC, Videotransmitter, Kamera, Empfänger, Frame
FC+ESC: Hobbywing XRotor F4 G3 Cube Combo 4in1 60A
Akku: Tattu FunFly 6S 100C 1550mAh
Videotransmitter: Eachine TX805
Empfänger: TBS Tracer Micro
Kamera: Foxeer Cam
Motoren: T-motor f60 pro IV 1950 KV
Propeller: Racerstar V2
Frame: Anniversary Special Edition Martian

Gesamtgewicht inkl. Akku: 659g

Beim justieren von 1000..2000 bin ich mir nicht wirklich sicher, was Du meinst, aber im Betaflight sehe ich, dass wenn ich bei 0 Throttle bin, er 988 empfängt und bei Full Throttle 2011.

Dass ich die 200 A nicht ganz erreiche ist ja gar nicht das Problem, ich könnte sowieso nur 150 A aus dem Akku ziehen, dass es aber weniger als die Hälte sind verstehe ich nicht ganz.

Stimmen den die 80A? Sind die durch einen unabhängigen Strommesser bestätigt oder nur als Telemetriewert verfügbar? Müssen die Regler eventl. auf den Gasweg kalibriert werden?
Ich habe nur den Strommesser vom FC verwendet. Dieser ist allerdings nach dieser Anleitung kalibriert.
Wie kann ich Regler auf einen Gasweg kalibrieren?
 

Merak

Well-known member
#9
Ich habe nur den Strommesser vom FC verwendet. Dieser ist allerdings nach dieser Anleitung kalibriert.
Wie kann ich Regler auf einen Gasweg kalibrieren?
Ich würde auf jeden Fall nochmals den Strom unabhängig messen. Nicht das Du Gespenster jagst und mit dem Telemetriesensor ist irgendwas falsch.

Wie man einen Regler kalibriert geht aus seiner Anleitung hervor. Aber mit höchster Wahrscheinlichkeit geht es wie bei allen die eine Kalibrierung brauchen:
1) Sender an und auf Vollgas.
2) Antrieb anschließen und einen Moment warten (das Gepiepse signalisiert irgendwas mutmassliches)
3) Gashebel auf 0. Jetzt folgt typischerweise die gleiche Piepsequenz wie nach dem "normalen" einschalten.
 
#10
Den C Angaben auf den Akkus darf man keinen Glauben schenken. Das sind reine Marketingwerte. Besonders bei Tattu habe ich da schlechte Erfahrungen gemacht (mit 4S 650mAh 75C Akkus).
Entscheidend für die Stromlieferfähigkeit ist der Innenwiderstand des Akkus. Der ist auch noch stark von der Temperatur abhängig. Bei kalten Temperaturen geht er signifikant hoch. Für Hochstromanwendungen sollten die Akkus immer vorgewärmt werden.

Ich hab mal den Innenwiderstand eines 3S/2200 Akkus über die Temperatur gemessen:
1618052813212.png
Da sieht man, dass der Innenwiderstand bei 10°C Umgebungstemperatur doppelt so hoch ist, wie bei 25°C.

Was die Strommessung angeht:
Das ist ja ein übliches Verfahren, den Stromsensor anhand der nachgeladenen Kapazität zu kalibrieren. Wenn man davon ausgeht, dass der Akku nicht 100% Wirkungsgrad hat, wird die nachgeladene Kapazität immer etwas höher als die entnommene Kapazität sein. Der echte Strom ist dann also eher noch geringer als 80A.

Interessant wäre noch, wenn zusätzlich zum Strom die Akkuspannung aufgezeichnet wird. Dann wird man sehen, wie die Spannung bei den Stromspitzen einbricht.
 

Bussard

Erfahrener Benutzer
#11
... Dass ich die 200 A nicht ganz erreiche ist ja gar nicht das Problem, ich könnte sowieso nur 150 A aus dem Akku ziehen, dass es aber weniger als die Hälte sind verstehe ich nicht ganz... ?
Wenn Du dauerhaft Modelle mit E-Antrieb betreibst, wirst Du einen Strommesser zu schätzen wissen.
Das kann z.B. eine Stromzange sein (wichtig: DC- Messung!), die auch im Haushalt Stromfresser aufspüren kann
oder eine eierlegende Wollmilchsau in der Werkstatt, welche es in etlichen Ausführungen und Leistungsklassen von einigen Herstellern gibt.
 
#12
Also ich habe jetzt den ESC kalibriert und bin noch einmal raus und habe die Spannung beobachtet:
Bei Full Throttle zeigte mir der FC-Strommesser 76 A und die Spannung ist von ca. 23,8 V auf ca. 20,2 V gesunken.
 

Bussard

Erfahrener Benutzer
#13
Und? Das bringt Dich dem wahren Strom keinen mm näher.

Mit einem halbwegs genauen Voltmeter ist dem richtigen Strom nahe zu kommen. Suche auf dem FC den Strommeßshunt (fettes SMD-Teil mit aufgedrucktem Widerstandswert).
Alles einschalten und den Motor mit Volllast betreiben.
Dann auf beide Enden dieses Widerstandes die Meßspitzen des Voltmeters ansetzen und die Spannung ablesen (abrutschen -> FC möglicherweise hin). Danach mit dem aus der Schule bekannten ohmschen Gesetz den Strom ausrechnen.
I=U/R.
 
#14
Also ich habe jetzt den ESC kalibriert und bin noch einmal raus und habe die Spannung beobachtet:
Bei Full Throttle zeigte mir der FC-Strommesser 76 A und die Spannung ist von ca. 23,8 V auf ca. 20,2 V gesunken.
Waren die 23,8V bei 0 A oder bei Schwebestrom?
Wenn man die beiden Stromwerte und die beiden Spannungswerte hat, kann man den Innenwiderstand des Akkus berechnen. Falls der erste Strom 0 A war wäre das
Ri = (23,8-20,2)/(76 -0) = 0,047 also 47mOhm was 47/6 = 7,8mOhm pro Zelle bedeutet.

Mit 47mOhm Innenwiderstand wirst du niemals auf 150 oder 200A kommen.
Ich glaube es ist egal, ob der echte Strom jetzt 80 oder 75A sind. Die ursprüngliche Frage war ja, warum keine 200A erreicht werden und die Antwort darauf ist, weil der Innenwiderstand des Akkus das nicht zulässt.

Es gibt da so eine Faustformel für den max.Strom eines Akkus den man ziehen kann, ohne den Akku zu beschädigen (Quelle RCGroups): max A = Sqrt(6*BatCapacity/Cell Ri) , Werte in mAh und mOhm. Damit könnte dein Akku Sqrt(6*1550/7,8) = 34,5 A liefern und hätte einen echten C-wert von 34,5/1,5 = 23.

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen will, findet hier einige Info
A simple LiPo performance tool - RC Groups

und hier das Tool, welches auf der obigen Formel basiert
Lipoly Objective Performance Calculation Tool REV5.xlsx

FOM ist figure of merit (Leistungskenngröße) und wird berechnet zu FOM = 12000/(BatCapacity * Ri)
Sollte 1 oder besser sein. Für obigen Akku ist FOM = 12000/(1550*7,8) = 0,99
 
Zuletzt bearbeitet:
#15
Die 23,8 V waren direkt danach, als ich nur noch geschwebt bin.

Es gibt da so eine Faustformel für den max.Strom eines Akkus den man ziehen kann, ohne den Akku zu beschädigen (Quelle RCGroups): max A = Sqrt(6*BatCapacity/Cell Ri) , Werte in mAh und mOhm. Damit könnte dein Akku Sqrt(6*1550/7,8) = 34,5 A liefern und hätte einen echten C-wert von 34,5/1,5 = 23.
Soll das dann heißen, dass ich meinen Akku mit den 76 A zertöre?

Dann bedeutet das wahrscheinlich wirklich, dass die 50 A pro Motor an einem Netzteil erzeugt wurden, nicht wahr?

Kann man näher an die rankommen, wenn man einen anderen Lipo verwendet? Welchen würdet ihr empfehlen, bzw. auf was für Daten muss ich achten, wenn die C-Werte nicht richtig sind.
 

Merak

Well-known member
#16
Und was ist jetzt mit einer belastbaren Strommessung? Wenn ich es richtig verstehe, beruht alles auf der Annahme das Dir Deine Telemetrie auch wirklich den korrekten Strom anzeigt ...
 
#17
Da habe ich das Problem, dass ich die Strommesszange leider nicht in meiner Wohnung habe, sondern im Wochenendhaus.
PS: Ich habe ein Günstiges nachgekauft, ich weiß nicht wie genau das ist, aber grob sollte es dann schon zeigen, ob die 80 A stimmen. Sollte diese Woche ankommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
#18
Der Strom von etwa 35A ist nach der Faustformel der Strom, der permanent entnommen werden kann ohne den Akku zu schädigen. Die 80A fließen ja nur kurz bei einem Punsh Out. Dauerhaft 80A würde die Lebensdauer des Akkus sicherlich merklich verringern.
Die 50A pro Motor sind vielleicht mit einem einzigen Motor an dem Akku gemessen. Wenn man die Angaben mal überschlägt: Ein voller 6S Akku hat 6*4,2 = 25,2V. Die angegebene Spannung von 22,77V wäre ein Spannungseinbruch von 25,2 - 22,77 = 2,43V bei 50,87A. Das sind dann 2,43/50,87 = 47,8mOhm bzw 8mOhm pro Zelle. Liegt also im gleichen Bereich, wie dein Akku. Bei vier Motoren bricht die Akkuspannung dann ein und man kommt halt nicht auf 4*50A sondern nur auf 80A.

Welcher Akku besser ist, weiß ich nicht. Viele Ladegeräte können ja den Akku Innenwiderstand messen. Da muss man dann halt die Typen mit den geringsten Innenwiderständen nehmen. Bei den 4S/650mAh Akkus waren die Rhino Akkus von HK wesentlich besser (und billiger) als die Tattu.
Und probier mal den Akku vor dem Flug aufzuwärmen (zur Not in der Hosentasche), dann kann er auch mehr Strom liefern.
 
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