Lötbrücke sauber entfernen, geht das?

caddyRangeOSD

hängen, moment lass laufen
#1
hallo,

habe das noch nicht gemacht und wäre auf vorherige Erfahrungen mit dem Thema Löten, Isolieren, Platinenschaden etc. angewiesen. Ich habe einen Flugcontroller erworben (getestet und läuft noch fehlerfrei ohne Kurzschluss) welcher je nach Nutzung für SBUS oder DSM freigeschaltet werden muss. Nun möchte ich von einem Signal auf das andere Umsteigen und muss die Lötbrücke entfernen und neu anbringen. Auf dem Foto ist momentan der "ist" Stand zu sehen.

Wie mache ich das sauber und kann die anderen zwei Lötstellen verbinden? Geht das prinzipiell oder muss ich nur fehlerfrei und sauber arbeiten? Temperatur Lötkolben, Zinn, Fließfett etc. chirurgisches ...🔨?

Danke
 

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djblue

kaputter Benutzer
#2
Entlötpumpe zum entfernen der alten Brücke ist kein Fehler. Geht aber auch ohne. Einfach mal warm machen, dann siehst schon wie das Zinn sich wegzieht.
Für die neue Brücke brauchst ja nur die beiden Pads miteinander verlöten.
Nicht zu heiß, 300-320 Grad reichen in der Regel. Und nur die Lötstelle erhitzen, nicht die ganze Platine.
 

kalle123

Jugend forscht ....
#3
Reichlich Flux (Flussmittel für Elektroniklötung), bloß kein 'Fließfett'. Lötfett hat an Elektronik nix verloren.

Hab mir mal so etwas gebastelt aus Cu Draht, um beidseitig zu wärmen, ging überraschend gut.

20220925_081403.jpg

Ach ja, und vorher an Elektronikschrott üben! Das hilft ....

Und wie immer, ein Blick hier rein hilft auch.

SMD Löten – Mikrocontroller.net

cu KH
 
Zuletzt bearbeitet:

Kuchenz

Well-known member
#6
Flussmittel oder frisches Lot drauf und dann Entlötlitze, ist wie Zewa, saugt die das Pad fast silber, nur wie immer beim löten, kurz und heiß
 
#7
Blöde Frage. Warum ist da ein Transistor auf der Lotbrücke? Ich habe solche Brücken immer mit einer Lötperle gesetzt.

Ansonsten nutze ich auch Entlötlitze oder eine Entlödpumpe.
 

caddyRangeOSD

hängen, moment lass laufen
#9
super, danke für die schnellen Antworten.
passendes Werkzeug habe ich momentan nur einen Lötkolben mit Temperaturkontrolle. Lötzinn habe ich, Flussmittel muss ich besorgen, eine Entlötlitze oder ein Pumper/Sauger fehlt auch noch.

Werde an "alt-Schrott" Üben und mich dann an den Widerstand Wagen. Ich habe mit 370°C gute Erfahrungen gemacht, werde also da auch noch etwas abändern müssen. Super, wenn ich weiß welche Fehler vermeidbar wären 😉
 

Stefan_73

Well-known member
#10
Was hast Du denn für Lötzinn und einen Kolben? - Die 370 Grad klingen ziemlich hoch. Das richtige Material ist beim Löten wichtig. Es muss nicht das Teuerste sein, aber das billige Zeug ist ziemlich sicher Mist.
 
#11
Ich löte fast alles mit 390 Grad. Ich bin dann aber auch recht fix und brate nicht ewig auf den Pads rum. Ich bin mir bei meinem Equipment aber auch ziemlich sicher, dass die Temperaturen stimmen, die angezeigt werden.
 

Stefan_73

Well-known member
#12
Am Ende eine Frage, was man lötet und welchen Kolben man hat. 390°C ist schon recht hoch. Klar kann man das so machen, wenn man schnell lötet. Bei höheren Temperaturen lösen sich halt die Pads schneller von der Platine und das Flussmittel verbrennt schneller. Die Komponenten haben es auch nicht so gerne. Gerade für Anfänger ist das nicht ideal.
Ich löte fast alles mit 300-320°C - es sei denn es sind große Masseflächen im Spiel. So eine Lötbrücke wäre aber ein klarer Fall für 300°C. Bitte aber auch bedenken, dass die Temperaturanzeigen mancher Billigkolben irgendwas anzeigen, was auch mal locker 50 Grad von der Realität abweichen kann. Und gerade bei Billigkolben funktioniert der Hitzetransfer an die Spitze nicht gut. Da muss man dann auch mehr Temperatur einstellen, weil die Spitze sofort abkühlt.
Last but not least ist die Frage welches Lötzinn man nimmt. Bleifreies Lot ist deutlich schwerer zu löten und braucht auch mehr Temperatur. Ich würde gutes Lot als wichtigste Komponente des Löterfolgs sehen. Ganz häufig wird von Anfängern irgendein billiges Lötzinn eingesetzt. Und dann klappt nix.
 

Michael-Mo

Well-known member
#14
330 Grad - wenn das nicht reicht, ist die Lötspitze zu dünn.
Immer die dickste und kürzeste nutzen, die grade noch an die Lötstelle passt!

Ich nutze gern die Meisselform in D16, D24 und D32.
Die Spitzen steck ich auch mal zw. zwei Pad's um, wenn nötig.
Mit der 32er sind auch AWG10 auf Massepad's kein Problem ;-)
 

kalle123

Jugend forscht ....
#15
Zu den hier angegebenen Temperaturen.

Auch da empfehle ich einen Blick in die Artikelsammlung vom Mikrocontrollernet.

Löten – Mikrocontroller.net

Lötkolbentemperatur 300..330°C bei bleihaltigem Lot, 350..370°C bei bleifreiem Lot
Und wenn man da schon an die Obergrenzen muss, würde ich mal überlegen, ob diese Spitze für den Job nicht doch zu klein sein könnte ....

Noch ein Punkt, qualitativ hochwertiges bleihaltiges Lot ist hier in D für den Privatmann nicht mehr so ganz einfach zu erhalten. Gut, wer da rechtzeitig gebunkert hat auch in verschiedenen Stärken. 0.5, 1.0 und 1.5, denn ich zumindest löte z.B. SMDs 0402 nicht mit 1.5 mm. ;)

cu KH
 

caddyRangeOSD

hängen, moment lass laufen
#17
nein, mit 320°C ist es gegangen. Ich würde die Stelle aber eher als Pfusch bezeichnen. Flußmittelrückstände und in Konbination mit dem Lötzinn (2,5%Flux von Felderer Löttechnik seit 1979) nicht unsauber zu Arbeiten. Die Stelle wurde aber nun für meinen CRSF als Signal verbunden. Danke für die Tipps, Links und die Idee mit der Spitzenadaption für erhitzen mehrerer Teile ist echt gut (#3)...ich habe Schrott als Saugstoff umfunktioniert und damit das Zinn der Platine entzogen. Eine 0Ohm Brücke konnte ich nicht finden... nutze TBS TS100 mit unterschiedlichen Spitzen.

Danke nochmals, und jetzt ab
zum Programmieren 🤬🤯😡
 

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