Props dynamisch auswuchten - TheBlindHawks Tutorial

Knuspel

Erfahrener Benutzer
#21
Man kann auch das ganze direkt am Kopter wuchten. Jeden Propeller einzeln an den entsprechenden Motor anbringen und nachdem der gewuchtet ist das Signalkabel abziehen und den nächsten wuchten. Das ganze mit zunächst statisch gewuchteten Propellern.

Mir ist das jedenfalls zu viel Arbeit ;-)
 
#22
um dem Motor eine schönen Rundlauf zu geben, gibts die Kabelbinder Methode. Die kennen sicher auch einige hier.
Laserpointer/Smartphone/(...etc...) an den Arm vom Quad, vor die Wand, Kabelbinder um den Motor drum, System auf Drehzahl bringen und durch verschieben des Kabelbinderknubbels die Vibrationen am Motor bestmöglich verringern. Je mehr Kabelbinder man anbringt, je feiner geht die Sache.
Danach den statisch korrekt gewuchteten Propeller montieren und testen wie das läuft (Smartphone etc)
 

Rudi-neu

Neuer Benutzer
#24
Moin,
da ich nun auch in Kürze einen Quad mein Eigen nennen werde hier noch mal Fragen zum Wuchten:
1.) ich will die Props erst mal statisch mit einer Waage wuchten.
und dann
2.) dynamisch.

Zum dynamischen Wuchten: Erst mal Motor ohne Prop mit der o.g. Kabelbindermethode? Wenn der Kabelbinder an der richtigen Stelle sitzt, wie fixiert man den dann?
Und danach Prop drauf und nochmal.
Und das mit allen vier Motoren bzw. an allen 4 Armen. Richtig so, auch wenn's aufwändig klingt?
 

zerosight

Erfahrener Benutzer
#25
Sitzt der Kabelbinder an der richtigen Stelle, kannst Du ihn ja ersetzen. Entweder durch ein Gewicht an der Stelle des Schlosses (dicker Tropfen Klebstoff, etc.) oder Du kannst genau auf der gegenüberliegenden Seite etwas Gewicht entfernen, z.B. per Bohrer oder Feile etwas vom Gehäuse wegnehmen. Es macht eh Sinn, wenn man einmal die richtige Stelle gefunden hat, noch mit dem notwendigen Gewicht zu experimentieren. Es kann ja sein, dass der Kabelbinder zu schwer oder zu leicht ist. Also fix einen zweiten Kabelbinder drauf, noch etwas Tape dazu oder den Kabelbinder weg und erstmal einen Tropfen Heißkleber drauftun.

Ausgewuchtet muss übrigends nur, wenn sich etwas an der beweglichen Masse geändert hat. Bei weicheren Props ist das deutlich öfters der Fall als z.B. bei Motoren, da hier -je nach Talent/ Wagemut- weniger oft etwas passiert.

Wenn Du schonmal beim Thema bist, da wären noch zwei Parameter, die man ggf. beachten sollte: Das wären zum Einen der Spurlauf der Propeller und die Mittigkeit der Bohrung in der Nabe. Ersteres ist potentiell bei billigen Chinaprops ein Problem, da werden die Teile zu schnell aus den Formen genommen und verformen sich. Das wird dann als 2. oder 3. Wahl verkauft. Du kannst den Spurlauf kontrollieren, wenn Du den drehenden Propeller von der Seite beobachtest. Sind die Blätter nicht aus der Spur, erscheint der Propeller "höher". Manchmal hilft gegenbiegen und etwas Wärme, meistens aber gar nichts mehr. Wichtig ist, dass die Blätter verdreht oder vertikal verbogen sein können. Propeller, deren Bohrung in der Nabe nicht mittig ist, erkennt man daran, dass, wenn man sie eigentlich ausgewuchtet hat, und dann nochmal anders herum (Unterseite nach oben) auf die Waage spannt, sie scheinbar wieder eine Unwucht bekommen haben. Bei billigen Funquads ist mir das egal, aber bei wertigeren Coptern mit entsprechendem Material sortiere ich auffällige Props lieber aus, als das sie mir durch permanente Vibrationen das Ergebnis vermiesen bzw. die Lager meiner hochwertigen Motoren killen.
 

chichi

Erfahrener Benutzer
#26
danke für die hinweise 0sicht
 

chichi

Erfahrener Benutzer
#27
Manchmal wandert auch der Reifen auch auf der Felge, dann ist die Markierung ebenfalls verschoben. Also 100%-lösungen gabts noch nie. Ich wuchte meinen copter so gut ich es kann und den rest erledigt mein gel bzw bobbin (dirtyplate-cleanplate). an meinen props hängen oft grüne rasenreste vom rasieren, ganz fein und wie eine schicht dran. das macht auch viel aus. manchmal habe ich 0 vibs und an anderen tagen wieder mehr. wie müssen mit dem zustand leben.
 

Julez

Erfahrener Benutzer
#28
Gute Idee, das mit dem Laser!
Aber wäre es nicht noch besser, ein kleines Stück Spiegel an den Motorhalteklotz zu kleben, und dort den Laser drauf zu richten? Das ist einfacher, und man vibriert den Laser nicht kaputt. Zudem kann so ein kleiner Spiegel auch einfacher am Motorarm des Copters montiert werden.
 

hornetwl

Erfahrener Benutzer
#29
Und hier noch eine Version für Faule - denn 8 Antriebe vom Octo schrauben und wieder dran macht irgendwie überhaupt keinen Spaß. Und dann noch den Punkt der Unwucht per Try and Error suchen - puh, wie anstrengend :D

Aber Bilder sagen mehr als 1000 Worte.

Man nehme ein ADXL335-Breakout-Board aus der Bucht (wer einen 3.3V-Festspannungsregler zur Hand hat, kann seinen Diodenvorrat auch schonen):
P1070529.JPG


Dazu noch eine Reflexlichtschranke und eine Markierung aus weißem Edding an einem Blatt
P1070528.JPG


Blatt "schwarz" ist etwas zu schwer, mit leichter Tendenz zur Hinterkante
P1070533.JPG

Ich habe übrigens festgestellt, dass man sich das Motorwuchten zumindest bei Pancakes und großen Props sparen kann - einfach den Prop um 90° verdrehen, wenn die montierte Einheit zu viel Querunwucht hat. Die dadurch verursachte dynamische Unwucht ist offensichtlich sehr klein.
 
Erhaltene "Gefällt mir": smontis
#30
@ hornetwl

Gibt es bei diesem Sensor keine Probleme hinsichtlich der hohen Frequenzen?

Lt. Datenblatt vom ADXL335:

Bandwidths can be selected to suit the application, with a
range of 0.5 Hz to 1600 Hz for the X and Y axes, and a range
of 0.5 Hz to 550 Hz for the Z axis.

Ein 1000kV Motor vibriert ja im 3S Betrieb bei ca. 50% Gas (= schweben) schon mit ca. 5kHz.

Ich experimentiere aktuell gerade mit einem Tonabnehme für Akustikgitarren.
Bin aber mit den Ergebnissen nicht so zufrieden. (Bandbreite der auswertbare Amplitude einfach zu klein)
 

hornetwl

Erfahrener Benutzer
#31
Nö, Du musst ja nicht Vollgas geben. Ich wuchte normalerweise bei wenigen 100 rpm und kontrolliere bei höheren Drehzahlen nur noch die Amplitude. Die Praxis hat aber gezeigt, dass ein bei 200rpm optimal gewuchteter Prop auch bei anderen Drehzahlen optimal läuft.

Du hast da vermutlich nen Rechenfehler:
rpm -> per Minute, Hz -> pro Sekunde, also durch 60 -> 185Hz im Leerlauf.

Bis 96000 rpm sollte also alles klar gehen (Oberwellen mal vernachlässigt). Ok, mein Pylonrenner kommt immerhin auf 40000, da wirds knapp...
 
Zuletzt bearbeitet:
#34
Blatt "schwarz" ist etwas zu schwer, mit leichter Tendenz zur Hinterkante
Anhang anzeigen 85090

Ich habe übrigens festgestellt, dass man sich das Motorwuchten zumindest bei Pancakes und großen Props sparen kann - einfach den Prop um 90° verdrehen, wenn die montierte Einheit zu viel Querunwucht hat. Die dadurch verursachte dynamische Unwucht ist offensichtlich sehr klein.
Seeeeeehr interessant. Ich sitze grade am selben Problem....muss die 17er Zöller am Copter wuchten....irgendwie...die haben echt extrem unwucht.

Wie merkst du dass "Blatt "schwarz" ist etwas zu schwer, mit leichter Tendenz zur Hinterkante" ist? ich blick das grade ned.
 

Bamfax

Erfahrener Benutzer
#35
Hornet, der Mechanismus ist ja mal sehr geil. Das ist eindeutig ein "Herr Gesangsverein" :). Vielen Dank, dass Du das hier postest.

Als nicht-Elektroniker tue im mich jetzt aber ein bisschen schwer, hier die Details und das Prinzip ganz zu verstehen. Also welche Achse wird ausgelesen, wo hängt man die Lichtschranke hin und was sagen einem die Werte dann. Okok, ich übertreibe, aber nur ein bisschen.
Wenn ich mal mutmaßen darf: Die Lichtschranke hängt an der gleichen Stelle wie der Sensor und der Sensor misst den Ausschlag der Proplängsachse, also die, die gerade Richtung Lichtschranke/Sensor zeigt?

Hätte jemand vielleicht Lust eine kleine Mini - Bauanleitung zu schreiben? Prinzipiell sollte man das mit einem Arduino-Aufbau wie im PropBench hinbekommen können. Visualisierung dann über Excel oder Splunk.

Coole Sache! Wenn ich überlege, wie oft ich schon nach sowas gegoogelt hatte :). Danke Hornet!
 

hornetwl

Erfahrener Benutzer
#36
Das Prinzip ist eigentlich sehr einfach: Du nimmst Die Schwingungen mit dem Accelerometer (ADXL335) auf und stellst sie mit dem Oszi dar. Ist die schwere Stelle am Sensor, gibt es einen positiven Ausschlag (prüfen durch Gegenklopfen, bei 180°-verdrehter Montage ist es logischerweise ein negativer!).

Um die schwere Stelle lokalisieren zu können, brauche ich noch ein zweites Signal, das idealerweise einmal pro Umdrehung ausgelöst wird. Die Phasenverschiebung zwischen schwerer Stelle und Sync-Signal sagt mir dann exakt, wo die schwere Stelle ist.

Viele kleben zur Synchronisierung eine Reflexmarke auf die Motorglocke und nehmen diese mit einer reflektiven Lichtschranke ab. Diese Lösung hat aber böse mechanische Nachteile, wenn man mal an einen Coax denkt und beide Props je Arm ohne größeren Umbau wuchten möchte ;)

Meine Idee war daher, einfach den Prop zur Synchronisation zu verwenden. Da man nun aber zwei Auslösungen pro Umdrehung hat, muss man sie noch irgendwie unterscheidbar machen - das gelingt recht einfach mit dem weißen Edding. Die Lichschranke sollte so stehen, das sie bei quer zum Motorarm stehenden Prop auslöst - denn nur in diese Richtung kann der Arm optimal schwingen. Zeigt bei dieser Anordnung also der Oszi ein Maximum zeitgleich mit der Sync-Marke, ist die schwere Stelle genau auf der Marke.

Zum Nachbau: viel zu bauen gibts eigentlich nicht. Der Sensor kommt auf einem fertigen Breakout-Board (Amazon, EBay, GLB). Auf meiner Lochraster-Platine befindet sich folglich nur eine Spannungsanpassung (z.B. Festspannungsregler 3.3V und ein paar Pins zum einfachen abnehmen eines der drei Achssignale (ich nehme X).

Die Reflexlichtschranke (OPB 732) besteht widerum aus einer Leucht- und einer Fotodiode. Die Leuchtdiode wird mit einem geeignetem Vorwiderstand versehen, so dass sich mit der bereitgestellten Spannung etwa 20mA bei 1.8V Spannungsabfall an der Diode ergeben. Bei 5V Versorgungsspannung (minus 1.8V) ergeben sich nach dem ollen Hernn Ohm ein zweckmäßiger Vorwiderstand von ca. 160Ohm. Auf der anderen Seite der Reflexlichtschranke befindet sich ein (Foto-)Transistor, der in Kollektorschaltung betrieben wird. Den optimalen Widerstand am Kollektor könnte man jetzt auch berechnen, ich habe aber einfach mal 1k genommen, da es gerade rum lag. Diie beiden Widerstände und die Reflexlichtschranke könnte man wieder auf Lochraster montieren, der Einfachheit halber habe ich wie auf dem Foto ersichtlich hier in 3D-Freilufttechnik gearbeitet :D Der Rest ist eigentlich nur freie Improvisation und muss wie es so schön heißt den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Ideal ist ein möglichst in alle Richtungen verstellbares Stativ, da die Lichtschranke manchmal etwas zickig ist.

Als Stromquellen nehme ich übrigens ausgelutschte Empfängerakkus, die geben nach etwas Zeit im "Abklingbecken" hinreichend gute 5V ab.



Wie merkst du dass "Blatt "schwarz" ist etwas zu schwer, mit leichter Tendenz zur Hinterkante" ist? ich blick das grade ned.
Wie oben beschrieben, zeigt der Phasenversatz der beiden Signale den Abstand (Winkel) von Unwucht und Sync-Marke (weißes Blatt). Im Foto sieht man eine Phasenverschiebung von 180°+x, sodass offenbar die Schwere stelle gegenüber sein muss, viellecht ein µ später.
 
Erhaltene "Gefällt mir": fofi1

Jogijo

Erfahrener Benutzer
#40
Das System von harnetwl und das von schmiernippel verlinkte System schreit doch geradezu danach in einer App. für Smartphones vereint zu werden.

In einem Smartphone habe ich bereits einen Beschleunigungssensor und ein Display, was also noch fehlt ist die Lichtschranke. Die Signale der Lichtschranke kann man problemlos über den Mikrofoneingang in das Phone bringen und dort auswerten.
Man bastelt sich also eine Halterung um das Phone an seinem Ausleger befestigen zu können steckt die Lichtschranke in die Kopfhörerbuchse (Mikrofoneingeng) und gut.

Wo sind die App. Entwickler die das umsetzen können?
 
RCLogger

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