Wäre bei Gelegenheit glatt mal einen kleinen Beitrag in unserer Wiki wert!
Evtl. könnten wir hier ja erstmal ein paar Details zu der ganzen Video-Geschichte zusammentragen. Leider kämpft ja so gut wie jeder von uns mit der Aufnahmequalität und der späteren Umwandlung in "verwendbares" Material zur Weitergabe. Hab mich mal durch die Wikis dieser Welt gewühlt und habe eine kleine Zusammenfassung der Erkenntnisse, wie sich das für mich erschlossen hat.
Hier also mal ein paar Hintergründe, warum das rel. kompliziert ist:
Unter "Interlaced" oder auch Zeilenspring versteht man die Übertragung von Halbbildern. Wie Schim schon gesagt hat, ermöglicht dies beim normalen Fernseher (Röhre) ein halbwegs flimmerfreies Bild bei relativ geringer Übertragungsbandbreite. Für unsere alte Flimmerkiste wurde das schon recht früh entwickelt und dafür eigentlich auch optimiert.
Unsere LCD-, Plasma- und sonstigen Bildschirme haben damit aber ein kleines Problem. Die können eigentlich nur mit Vollbildern (progressiv) umgehen. Gleiches gilt auch bei der Umwandlung in irgendwelche Videoformate. Das Signal der Kamera muß vor oder während der Weiterverarbeitung erst "deinterlaced" werden. Um zu verstehen, was das bedeutet, muß man aber noch etwas tiefer in die Materie einsteigen.
Die beiden Halbbilder bei Interlaced bestehen jeweils aus geraden und ungeraden Zeilen und werden nacheinander angezeigt. Auch bei der Aufnahme werden diese beiden Bilder schon leicht nacheinander aufgezeichnet (0,02 Sekunden Verzug (Pal, 50 Hz)). Deinterlacing fügt diese beiden Bilder also nun zu einem Vollbild (Progressive) zusammen. Beide Bilder werden dabei also gleichzeitig angezeigt bzw. übereinander gelegt. Da dies ja auch zu einer Halbierung der Bildrate/Sek. führt, müssen diese Vollbilder dann auch zweimal hintereinander angezeigt werden. So kommt man dann wieder auf die gewünschten 50 Bilder /Sek..
Das ist aber z. B, nur ein ganz einfaches Verfahren! So angewandt, entstehen durch den leichten zeitlichen Versatz der Halbbilder "kammartige" Effekte im Progressiv-Bild z. B. bei schnellen seitlichen Schwenks.
Die meisten Videokarten, etc. scheinen aber bei der Aufzeichnung so zu arbeiten. Ein solches Basismaterial nachträglich zu verschönern, ist demnach wohl unser Hauptproblem. Dabei entstehen zwangsläufig Verluste. Das ganze steht und fällt also wohl mit den vorhandenen Möglichkeiten bei der Aufzeichnung.
Meinen Camcorder schließe ich z. B. über Firewire an den PC an. Die Videobearb.-Software speichert bei der Übertragung wohl beide Halbbilder separat im AVI-Kontainer ab - echtes Interlaced ist hier also noch vorhanden. Entsprechend grauenhaft ist aber die Betrachtung dieser Roh-AVIs. Vorteil: Die Umwandlung in Vollbilder kann dabei natürlich nachher mit ganz anderen Verfahren und in besserer Qualität erfolgen.
So habe ich das jetzt für mich mal verstanden. Habt Ihr da evtl. Ergänzungen oder Verbesserungen? Könnte mir vorstellen, daß dieses Thema in unserem Bereich natürlich viele interessiert.