DJI E300 Propulsion Test Review : Taugt der neue Antrieb für kleines Geld ?

gervais

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#1
DJI E300 Propulsion Review , Test des neuen Antriebs Motor ESC und Propeller... nicht nur für DJI F330, F450 , F550

Einleitung

2013 war für DJI ein erfolgreiches Jahr .

Im Aufwind des DJI Phantom , der ersten, nahezu narrensicheren flugfertigen Kamera (GoPro) Basis, gelang es mit der NAZA V2 Flugsteuerung und dem dazu passenden ZENMUSE PlugnPlay Gimbal sowie der Einsteiger Flugsteuerung NAZA LITE , das Sortiment zum Liebling einer breiten Einsteiger Basis zu machen.

Mit Aufbauvideos , recht einfach gehaltenen Anleitungen und nicht zuletzt einer agressiven Preispolitik (Zuletzt Promo Kits) gelang es augenscheinlich, sämtliche Marktbegleiter und Nachahmer im Starter Segment in die Nische zu verdrängen. Ob man das mag oder nicht : Phantom und NAZA Flugsteuerung wurden zum Maßstab. Freilich gab und gibt es billigere und / oder funktionsreichere Wege, einen Multicopter mit GPS in die Luft zu bringen, einfachere jedoch nicht.

Auch mit den länger erhältlichen Basis Rahmen F330, F450, F550 ist man weiterhin erfolgreich: Ebenso Teil des DJI Konzeptes, welches Einsteigern in Verbindung mit passenden Motoren und dazugehörigen als ARF Kit den simplen Einstieg ins Bastel Hobby ermöglicht. Gerne und reichlich kopiert.

Das DJI Motoren, ESC und Propeller Programm hingegen, wurde bisher aber nur als ARF Kit Beigabe kommuniziert und wahrgenommen, eine Randnotiz, augenscheinlich parasitär an NAZA und Ersatzteil- Geschäft gebunden. Selbst anfängerfreundliche Attribute wie eine lötfreie ESC Motor Verbindung, integrierte Prop-Aufnahme und ESC die in Verbindung mit der NAZA nicht kalibriert werden müssen, verhalfen nicht zu besonderer Popularität außerhalb der NAZA Gemeinde. Man ahnte wohl: Das geht besser.

Im Ergebnis: Ende 2013 wurden auf RCGroups die Antriebs Sets DJI Propulsion E300 sowie E600 vorgestellt, interessanterweise durch DJI CN selbst. Neu daran ist, dass man es nicht mehr anderen (wie Distributoren, DJI Fans oder phantasielosen Pressemitteilungsabschreibern ) überlassen hat, in den Dialog mit der Modellbaugemeinde einzutreten und dass man augenscheinlich auch Insiderwissen teilt. Mit dem Alias Dr.Turbo offenbart man freiwillig Neues, sprachlich auch gar nicht so holprig, wie man es von CN Produzenten eigentlich erwarten konnte.

Ob sich diese Art offener Marktforschung / Promotion, die man sonst nur von sehr kleinen Marktbegleitern oder OS Freunden kennt, auch für den bisherigen Geheimniskrämer DJI bewährt, oder gar rächt, wird sich indes erst zeigen.

Als Vorgeschmack wird hier das bereits verfügbare DJI Propulsion E300 Set (Empfohlen für 300g Last /Achse , max. Schub 600g/ Achse) vorgestellt, mit DJI F450 ZENMUSE Kombi und Standschub Untersuchung im Vergleich ausprobiert .

Beschreibung, erster Eindruck



Normalerweise rechtfertigt eine Verpackung keine Abbildung oder auch nur eine Zeile, denn oft besteht das Unboxing (auch bei DJI) im Aufreißen von Tüten oder hauchdünnen Pappschachteln, in die Motoren und ESC lieblos hineingestopft werden. Adieu Bulk: Die E300 Propulsion Verpackung (hier das HEX Rotor Set mit 6 Stck. 15A Reglern / 2212-920KV Motoren) kommt erstaunlicherweise in einer Art Geschenkverpackung, Motoren und Regler sorgfältig mit gefalteten Kabeln separiert, 10 Propeller indes lose, aber in einem separatem Karton :



Die mattgrauen Propeller (9.4x4.3) kommen mit integrierter Befestigungsmutter, welche in Rechts/Links (Schwarz / Silber) Ausführung auf den jeweilig passenden Motoren mit R/L Gewinden, in Drehrichtung selbstsichernd wirkt. (self tightning) Sehr sauber eingepasste Prop Mutter, weitgehend homogene, matte Oberfläche, keine Schwimmhäute: Gut gemacht.



Die Kunststoffschatulle mit DJI Logo enthält zur Montage von Motoren und Propeller :

Schrauben: 30 Stck. M3x4.9x6.8, 30 Stck M3x5.5x4.5, 30 Stck. M2.5x5x1.2x1, vernickelt und mit Schraubensicherung beschichtet. Die Sucherei hat ein Ende.

Schrumpfschlauch : 10 Stck. Rot and 10 Stck. Schwarz in 5x20mm. Für das Batteriekabel ?
Verteiler: Mit kurzem Abstand, für das Koaxialkabel der ESC optimiert ( Kontaktabstand). Wow.

Hex Schlüssel: 1 Stck M2 , gute Qualität

3M Tape: 2 Stck, 25 mm Durchmesser (s. a. NAZA, Wookong GPS. Für den Verteiler ?
Gabelschlüssel: Aufsteckbar auf die Glocke der DJI 2212 und 3508 Motoren (E600) zur Propeller Montage/Demontage. Praktisch.

Magnet im Deckel: Gut gemeint, zwingt aber zur sorgfältigen Auswahl des Aufbewahrungsorts. Fern von Kompass Sensorik...



Die E300 ESC (Rating 15A, 3-4S LIPO), sind mit Opto beschriftet,wobei dies marktüblich lediglich besagt, dass keine 5V über das Servokabel herausgeführt werden, was aus verschiedenen Gründen aber ohnehin entbehrlich ist.

Prima: Die Stromversorgung ist mit einem Koaxialkabel realisiert (Nachvollziehbar lt. DJI CN : Better EMC and lower static magnetic interference), was das Verdrillen der Zuleitungen erspart und zudem eine saubere Montage erleichtert. Gefällt.

Weiterhin
sind die Zuleitungen länger als die der Vorgänger : Mit 27/23cm, Servo/Versorgung gehören auch bei größeren Rahmen Verlängerungen der Vergangenheit an, sofern nicht versteckt montiert werden soll. (30A OPTO : 23,5/7cm) Gut, länger ist besser.

Mit 62x25mm
Körpermaße sind die E300 ESC nur geringfügig kleiner als die 30A OPTO, mit 8 vs. 12mm Höhe aber montagefreundlich flacher, was daran liegt, dass man zwei kleinere Low ESR Elkos statt einem großen einsetzt. Die beidseitig mit Kühlkörpern ausgerüsteten ESC kann man so abstandsfrei z.B. auf den F450/550 Armen montieren. Letzteres gefällt, indes wird mit rund 27g kein Leichtbau geboten. Das liegt freilich auch an den langen Koaxleitungen (ca. 6g)

Wie die Motoren, sind auch die E300 ESC, abweichend von ihren Vorgängern, mit CE,FC RoHS und Entsorgungs Symbolik gekennzeichnet. Warum war das vorher nicht notwendig?



Die E300 Motoren (2212-920KV) vermitteln trotz mattschwarzem Finish mit schwarzsilbernen Aufkleber (scheinbar nahtlos ausgeführt) mit 54g Gewicht, 18AWG Kabeln den Eindruck von altem Wein in neuen Schläuchen. Das dem nicht so ist, verspricht DJI auf RCG: Die E300 Motoren kommen besser gewuchtet mit NMB Lagern und zudem verbesserten Lagersitzen aus einer neuen Fertigungsstätte. Die Qualität der Vorgänger, in der letzten Version beim Phantom mit R/L Gewinden erschienen, wäre ohnehin kontinuierlich verbessert worden, aber die neuen E300 Motoren böten eine noch längere Lebensdauer, zudem seien sie unempfindlicher. Das kann man freilich weder sehen noch fühlen...

Angesichts dessen, dass derselbe Autor an anderer Stelle verblüffend ehrlich von Verzögerungen beim E600 Motor aufgrund von Qualitätsproblemen spricht, ist man aber fast geneigt, dessen Begeisterung für den E300 Motor zu folgen. Die Zeit wird es ohnehin zeigen.

Übrigens, besorgt man sich ein Set der R/L Prop Nuts (Schwarz/Silber), das leider nicht mitgeliefert wird, kann man natürlich auch andere Propeller verwenden.



Die E300 Propeller (9443) sind laut Dr. Turbo der eigentliche Grund für die belobte Performance des E300 Propulsion Set : Nicht ohne Seitenhiebe auf Nachahmer wird neben dem Wirkungsgrad auch die Laufruhe (dynamische Wuchtung) betont: Eine Propellerwaage wäre überflüssig. Und das scheint so zu sein: Als diese Propeller mit dem Phantom Vision eingeführt wurden, gab es in den Foren vorwiegend sehr positive Reaktionen, besonders verlängerte Flugzeiten betreffend.

Auch aufgerüstete Phantom 1.1.1 / 1.2 profitierten vom Upgrade mit dem 9443, indes kein Wunder, denn selbst eingefleischte DJI Fans wissen: Die Slowflyer Propeller 8045 (Serienbestückung Phantom 1 , Beigabe F330, F450, F550 ARF Kit) und 1045 (Beigabe F450, 550 ARF Kit), von Spaßvögeln gerne Schlabberlöffel genannt, erklärten zunächst GoPro affinen Neueinsteigern die Begriffe Jello, und Anti Vibration Mount, erzwangen den Umgang mit Propellerwaage und Tesafilm und sorgten im Nachgang für sehr gute Umsätze von Graupner E-Props.

Bis auf einfache Montage und billigem Ersatz, gab es wenig Grund, diese Vorgänger oder gar deren billige Kopien zu mögen. Freilich gab es insbesondere für Phantom Einsteiger keine günstige Alternative, bei vorbenannten, eher empfindlichen Graupner kostete ein Kippstart schnell mal 12€ Lehrgeld. Für den 8045 gibt es Propguards.

F450/550 Piloten konnten aber seit Jahresbeginn den DJI 1038 Propeller kaufen,zunächst in matter, später in polierter Qualität , sichtbar in besserer Fertigungsqualität als der 1045. Der 1038 ist leicht zu balancieren, verblüffend robust und damit eine echte Empfehlung im 10“ Einsteigersegment. Für Phantom Besitzer blieb es aber zunächst bei der Ankündigung von Colin Guinn (Ex DJI NA Promoter ) dass es demnächst Jello Free Props gäbe, was man aber angesichts der Low End 8045 bis zum Erscheinen der (weißen) 9443 auf dem Phantom Vision monatelang kaum glauben wollte.

Fairerweise bedarf es auch der Erwähnung, dass mit dem Phantom 1.1.1 auch der 8045 Propeller in selbstsichernder Ausführung auf den Markt kam. Mit 8.8g erstaunlicherweise genauso schwer wie sein Vorgänger mit sep. Mutter, bietet er (in Hinblick auf die Oberfläche) augenscheinlich eine sichtbar bessere Fertigungsqualität. Die sonstigen Eigenschaften betreffend, unterscheidet er sich aber nicht wahrnehmbar vom Vorgänger und wird daher auch im folgenden Text nicht gesondert erwähnt.
 
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#2
Test Standschub vs. Leistungsaufnahme

Für einen Test bot sich ein Vergleich zwischen dem 30A Opto / 2212-920KV mit den bisherigen, immer noch im Handel befindlichen Propellervarianten und dem E300 Propulsion Set an, in der einfachen Variante Standschub vs. Leistungsaufnahme , welche zwar keinen Unterschied im dynamischen Verhalten zeigt, aber dennoch deutliche Hinweise auf die zu erwartende Flugdauer im Vergleich geben kann.

Testaufbau / Ablauf : ESC / Motor / Prop drückt (mindestens 30sec) über Hebel auf Waage, welche konstant zwischen 295-305g anzeigt. (Bei 9443,1038 auch Messung mit ca. 500g) Gleichzeitig wird die Leistungsaufnahme mit einem Logger erfasst und aufgezeichnet.. Um Fehler zu minimieren: Mehrfache Wiederholung mit neuen (vermessenen) 3s/2200mAh Batterien derselben Serie.




Testergebnisse :




Leistungsaufnahme bei 300g 46-48 Watt (12,2V/ 3,8A)




Leistungsaufnahme bei 300g : 36-38 Watt (12,2V/ 3,0A) Ferner bei 500g :73 Watt




Leistungsaufnahme bei 300g 35-37W (12,2V /2,9A) Ferner bei 500g :72 Watt




Leistungsaufnahme bei 300g 41-43 Watt (12,2V /3,5A)


Fazit Standschub Szenario :

1. Die Messergebnisse, betr. E300 Set entsprechen in etwa den Ergebnissen, die DJI veröffentlicht hat (The current...of E300 .. at it rated 300 g thurst, is only 3 Amp)

2. Bemerkenswert ist die Leistungsaufnahme des E300 im Vergleich zum 8045 Setup. Ein Minderverbrauch von über 20% (10-11W / Achse) wird ehemaligen 8045 Benutzern deutlich längere Flugzeiten bescheren. Kaum zu glauben, daher mehrfach wiederholt.

3. Zwischen dem E300 Set und dem 1038 / 2212 Set besteht in diesem Szenario kein Unterschied, bzw. ein sehr geringer. Ob sich die Stromaufnahme beider Systeme im Flugbetrieb unterscheidet, werden Vergleichsflüge zeigen.
 
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#3
Aufbau E300 Propulsion / F450 / NAZA / ZENMUSE Kit

Für den Vergleich wurde passend zum vorhanden F450 ZENMUSE Promo Kit Copter, ein zweites, nahezu identisches Exemplar aufgebaut , dessen (für den Vergleich irrelevante) Abweichung lediglich in der Verwendung einer zur V2 aufgerüsteten NAZA-M statt V2 sowie dem Phantom V2 Rx statt GR-16 besteht.



Vergrößerung hier: http://s14.directupload.net/images/140201/e4fgokno.jpg

12 Lötstellen werden benötigt, wobei die nicht abgebildete PMU V-2 (BEC der NAZA) par. zur GCU V1 (Interface ZENMUSE Gimbal) angelötet wird. Hierbei ist es wichtig, dass die roten Kabel stets an die mit + Symbol gekennzeichneten Pads der unteren Centerplate gelötet werden. Die Koaxialkabel der E300 ESC wurden um ca. 13cm verkürzt. Bei Verwendung der richtungsgebundenen 9443 Propeller ist die Montage gemäß Abbildung einzuhalten. Die auf den Motoren angegebene Drehrichtung kann man, falls notwendig, durch den Umtausch zweier Steckverbindungen der ESC>Motor Verbindung erreichen. Achtung: Betreibt man die Motoren entgegen der aufgedruckten Drehrichtung, werden aus den selbstsichernden ...selbstlösende Propeller...



Die Überstände der 27cm langen ESC Servokabel sind in einem Schrumpfschlauch versteckt. NAZA und V2 PMU werden mit Tape fixiert, die Status LED mit Kabelbinder am hinteren linken Arm, wobei darauf zu achten ist, dass die USB Buchse der LED Einheit nach hinten zeigt.



Die E300 OPTO 15A ESC liegen im Gegensatz zu den Opto 30A flach an den Armen an und werden mit Tape und Kabelbindern fixiert. Unterdeck: ZENMUSE GCU V1 sowie der Phantom V2 Rx, abweichend vom Original mit Schrumpfschlauch geschützt. Etwas unglücklich, hält erstaunlicherweise aber doch: Fixierung der Landebeine mit jeweilig zwei Schrauben, die im Gegensatz zu denen der oberen Centerplate, nicht zur perfekten Positionierung der Arme beitragen. Die Zentrierung der unteren Centerplate wird nicht genutzt .



Zwei Stunden später, nach 46 Schrauben und 12 Kabelbindern, ist der F450 Zwilling mit E300 Propulsion Set fertiggestellt : Beide ident. aufgebauten F450 wiegen (ohne Batterie) inkl. ZENMUSE und GoPro ca. 1020/1040g





Unterdimensioniert ?

Da DJI bislang ihre F450 / F550 ARF Kit mit 30A ESC ausgestattet hat, könnte man vermuten, dass das E300 Propulsion Set mit 15A ESC zu schwach ausgelegt ist, bzw. keine Reserven hat. Deshalb bietet es sich an zu testen, wie viel Strom ein am Boden fixierter Copter bei Full Throttle zieht.



Wenn man nicht fliegt wie warthox, oder empfehlungswidrig 2,4kg Quads testet, wird man die hier ermittelten 7A bzw. 80W / Achse (Motor / ESC) eher nicht erreichen. Das zeigt erstens, dass ESC selbst mit einem (ehrlichen) 15A Rating über hohe Reserven verfügen und zweitens eine Batterie mit (ehrlichem) 20c Rating genügen würde. DJI (Dr.Turbo) selbst gibt bei 600g max. Thrust (Schub) 8A an.



Selbst den Zwilling mit DJI 1038 Propellern mit max. 8,5A bzw. 100Wp /Achse (Motor/ESC), könnte man völlig problemlos mit den OPTO 15A und 25c Batterien betreiben. Eine kurzfristige Blockade (ungeplant, gefühlte 3 Sec.) wurde folgenlos überstanden.
 
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gervais

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#4
Praxistest




Ebenso überraschungsfrei wie der Aufbau gestaltete sich der Flugbetrieb: Sensationelles in Hinblick auf Flugzeiten und Agilität gibt es aber nicht zu berichten. Indes auch nichts Negatives. Die Propeller laufen, trotz weicher Blätter, erstaunlich geräuscharm (indes darf man keine flüsternden Graupner erwarten) und die Motoren wirken laufruhiger als ihre Vorgänger, was freilich bereits freilaufend und während der Standmessung bemerkbar war.

Wirklich neu (und anfänglich nicht angstfrei) war es, einen 800€ GoPro F450 mit werkzeugfrei, händisch festgezogenen Propellern, aufsteigen zu lassen. Auch wenn das Phantom Publikum, welches früher häufig lautstark verlorengegangene 8045R samt dazugehöriger Prop Nut vermeldete, in dieser Hinsicht positiv (oder besser gar nicht) über die werkzeugfreien Propeller berichtete, war man doch skeptisch. Es funktioniert aber tatsächlich: Die Propeller des E300 Propulsion Systems ziehen sich so stark fest, dass der beiliegende Gabelschlüssel zum Lösen tatsächlich notwendig ist.



Der Vergleich in der Luft bestätigte (in etwa) das Ergebnis der Messung an der Werkbank: Der F450 mit E300 Propulsion 9443 steht ein paar Sekunden länger in der Luft wie dessen Pendant mit 1038 Propellern. Fliegt man Strecke, reduzieren sich die Flugzeiten, beim 1038er eine Spur schneller, indes generiert dieser deutlich mehr Schub. Das deutliche Schlusslicht in allen Disziplinen war der 8045. Man mag ihn (außer zu Übungszwecken) gar nicht mehr empfehlen.




DJI Propulsion E300 mit 9443 Leistungsaufnahme Schweben. Um 170 W (15,6A/11V) ,1300g Startgewicht (5-8 W benötigt das ZENMUSE Gimbal, welches auch die GoPro lädt) Die Zacken im Diagramm bilden Verbrauchsschwankungen durch Höhen-Lage- und Positionskorrekturen der NAZA, auch Verwirbelungen ab. Die DJI Angabe von 300g/Achse Startgewicht (1200g /Quad,1800g Hexa) erscheint konservativ, denn im Test wurden auch 400g/Achse problemlos auch zügig bewegt. Warm wurde nur die ZENMUSE GoPro Aufnahme. Für sehr lange Flugzeiten, um deren Ermittlung es hier aber nicht ging, bieten sich indes aus bekannten Gründen 4s Batterien an, die für das E300 Set mit 9443 von DJI ausdrücklich empfohlen werden.




DJI 2212-920 mit 1038, OPTO 30A Leistungsaufnahme Schweben. Um 180W (16A / 11,1V) . 1300g Startgewicht (5-8 W benötigt das ZENMUSE Gimbal, welches auch die GoPro lädt) Die Zacken im Diagramm bilden Verbrauchsschwankungen durch Höhen-Lage- und Positionskorrekturen der NAZA, auch Verwirbelungen ab. Der geringe Mehrverbrauch in diesem Szenario ist irrelevant.




DJI 2212-920 mit 8045, OPTO 30A Leistungsaufnahme Schweben. First ship home. Um 205W (18,4A / 11,1V) . 1300g Startgewicht (5-8 W benötigt das ZENMUSE Gimbal, welches auch die GoPro lädt) Die Zacken im Diagramm bilden Verbrauchsschwankungen durch Höhen-Lage- und Positionskorrekturen der NAZA, auch Verwirbelungen ab. Der geringe Mehrverbrauch in diesem Szenario ist irrelevant.


Anmerkungen, Schlussfolgerungen

Die beschriebenen Untersuchungen genügen in Hinblick auf Methodik und zur Verfügung stehende Hilfsmittel keineswegs wissenschaftlichen Ansprüchen. Prinzipbedingt sind Messungen mit den verwendeten Hilfsmitteln fehlerbehaftet, und es war unmöglich, homogene Vergleichsflüge anzustellen. Da aber sämtliche Versuche mehrfach wiederholt wurden, und im Ergebnis sehr ähnlich waren, genügt deren Betrachtung dennoch für einen relativen Vergleich, der folgende Schlussfolgerungen zulässt :

1. Das E300 Propulsion System ist völlig problemlos für 400g Schub/Achse geeignet. Das andere Betriebsbedingungen, als die vom Hersteller empfohlenen (z.B. Erhöhung Startgewicht) zu erhöhtem Verschleiß führen , sollte aber klar sein.

2. Die 15A OPTO ESC sind mit selbst für den Betrieb mit 1038 Propellern ( 3s) ausreichend dimensioniert.

3. Die Fertigungsqualität der E300 Motoren ist hörbar besser als die der Vorgänger, was auch die Lebensdauer verlängern mag. Ein Performancegewinn war aber nicht zu erkennen. Auch ähneln sich die ESC so sehr, dass man fast versucht war, diese auch gemischt zu betreiben. Der Propeller macht den Unterschied.

4. Der E300 9443 Propeller ist ein gutes Produkt und machte im Vergleich zum 8045 sehr deutlich, worin das primäre Geheimnis der langen Flugzeiten des Phantom Vision besteht. Auch der Phantom 1.xx und andere Copter, bei denen es sinnvoll oder möglich ist, nur kleinere Propeller bis 9,4“ (24cm) zu verwenden, werden in Hinblick auf die Flugzeiten profitieren.

5. Die Handhabung des 9443 ist sehr komfortabel: Die werkzeugfreie Montage ist einfach und sicher, der Propeller kann direkt Out of the Box betrieben werden, da statisches Wuchten entfällt.


Preise / Kommentar

E300 Quad Set (4 Motoren, ESC, 8 Propeller, Toolbox ) 149 EUR

E300 Hexa Set (6 Motoren, 6 ESC,10 Propeller, Toolbox) 189 EUR

Die Preisgestaltung dürfte selbst asiatische Marktbegleiter und deren Händler beunruhigen: Legt man 13€ für das 9443 Propeller CW/CCW Paar ( Marktpreis Phantom 2 Version in weiß) und 5€ für Toolbox inkl. Verteiler Schrauben und Schlüssen) zugrunde, ist der Preis für Motor und ESC bemerkenswert niedrig: 23€ beim Quad und unter 20€ beim Hexa liegen unter dem Preis, den man bislang für ESC oder Motor einzeln bezahlen musste.

Auch wenn die DJI Geschäftsidee vermutlich darin besteht, über das günstige Set sehr viele, der zwar überaus praktischen, aber nicht billigen Propeller zu verkaufen: Es ist kein Geheimnis, dass man auch andere verwenden kann, sofern diese Aufweitung auf knapp 8 mm zulassen. Daher wird der Setpreis auch diejenigen Kunden berühren, die DJI Motoren und ESC bislang nur aus Erzählungen kennen.

Man ahnt : Entbundlungs Fans rechnen schon.


Gesamtfazit

Das E300 Propulsion Set ist ein gelungenes Komplettpaket für Quadro- oder Hexacopter der benannten Gewichtsklassen, insbesondere für Einsteiger, denen es schwer fällt, sich im unüberschaubaren Dickicht möglicher ESC/Motoren/Propeller Kombinationen zurechtzufinden. Das Flashen der Regler (z.B. mit SimonK oder BLHeli) entfällt, die Montage ist einfach und der Betrieb problemlos. Die Verarbeitungsqualität macht den Eindruck langweilig homogener Großserienqualität, was Zuverlässigkeit erwarten lässt.
Eine Art Golf Klasse, freilich weder GTI, noch BlueMotion.

Spektakuläres wird indes nicht geboten. Flugzeitrekordler werden mit den besprochen Propellergrößen und 920KV Motoren nicht bedient, indes auch nicht beim Wettbewerb. Freilich werden sich bisherige Nutzer der 8045 Propeller um Entsorgung bemühen, insbesondere die Phantom Kundschaft sollte den 9443 ausprobieren. Dafür sind aber Motoren in R/L Ausführung notwendig, was auch ARF Kit Flieger mit den roten Vorgängern bedauern dürften. Diese werden sich aber damit trösten, dass die „alten“ Motoren und ESC nicht wahrnehmbar schlechter funktionieren . Ein vorhandenes, intaktes ESC/ Motoren Set würde man daher eher nicht ersetzen.

Kein Zweifel : Für Neuaufbauten ,Neueinsteiger und verschleißbedingten Teilersatz ist das E300 Propulsion Set, insbesondere in Hinblick auf den sehr attraktiven Preis, sicher eine sehr gute Wahl.Taugt.


Quellen

www.DJI.com

Manual (Englisch)

http://download.dji-innovations.com...-system/e300/en/E300_User_Manual_v1.00_en.pdf

Aufbauvideo (Englisch)
http://www.youtube.com/watch?v=H_Rvi7xQLdw

E300 Propulsion Thread auf RCG

http://www.rcgroups.com/forums/showthread.php?t=2046097

Vorstehende Betrachtung beschreibt lediglich die persönliche Sicht des Autors. Fehlerfreiheit und Vollständigkeit werden nicht geboten. Es wird empfohlen, sich ausführlich in den Foren und bei DJI zu informieren. Wie immer dürfen sämtliche Bilder des Beitrags und Textpassagen kopiert und auch an anderer Stelle für private Zwecke verwendet werden. Die Nutzung für Auktionshäuser ist aber untersagt.
 
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QuadSN

Erfahrener Benutzer
#7
von mir auch ein artiges Danke, saubere Arbeit !
 

Alex84

Erfahrener Benutzer
#8
wow!
wirklich vielen vielen Dank für deine Mühen!
sehr angenehm zu lesender Text, mit Witz und Rafinesse geschrieben,
das macht Lust auf mehr :)

echt super, das ist mal ne wirkliche Bereicherung fürs Forum.

Alex

Ps: Da ist man doch schon seeeehr gespannt auf das E600-Set.
Ist darüber was bekannt hinsichtlich der Verfügbarkeit oder ähnlichem?
Das wird ja bestimmt noch deutlich effizienter laufen dann^^
 
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Der_Michel

Älterer Flugschüler
#9
Moin

Saubere Arbeit!

Fachkundig, bebildert, vollständig, sauber gegliedert, Tiptop Rechtschreibung, höflich und wertfrei im Ton.

Ich hoffe dieser Beitrag wird von vielen gelesen, verstanden und dient dann als herausragendes Vorbild für eigene Beiträge!

Michael
 

gervais

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#10
Danke für die Würdigung, Jungs. Ich werde rot. Ich wollte den Artikel eigentlich schon wegwerfen, weil er zu lang geraten ist, aber das Verkürzen auf eine bebilderte Unboxing Geschichte wäre nochmal mit Aufwand verbunden gewesen. Daher habe ich es dabei belassen und freue mich besonders über Leser, die sich nicht nur auf das Fazit beschränken.
 

gervais

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#11
Ps: Da ist man doch schon seeeehr gespannt auf das E600-Set.
Ist darüber was bekannt hinsichtlich der Verfügbarkeit oder ähnlichem?
Das wird ja bestimmt noch deutlich effizienter laufen dann^^
DJI CN verkündet :
Definitely in next month. We are trying our best to have it ready to go earlier next month.
Mit 600/1600g rec./maxThrust und 12x4.2 Props an 6s kann man auch kleine Lastesel bauen ;-)
 

donandi

loading...███▒▒&#961
#12

QuadSN

Erfahrener Benutzer
#14
Mit 600/1600g rec./maxThrust und 12x4.2 Props an 6s kann man auch kleine Lastesel bauen ;-)
.... Dir ist doch wohl klar, dass wir nun von Dir auch einen solchen Report bezüglich der 600er erwarten ....:engel:
 

jessmil

Erfahrener Benutzer
#15
Toller Bericht, danke dafür.

Ich habe nach deinem Bericht meinem F550 das Set gegönnt.
Ich finde, er liegt noch ein Stück ruhiger in der Luft. Die Props sind Super, einfach per Hand andrehen und fertig :)
Die Verpackung ist schon edel :) Ja, mich kriegt man mit sowas schnell rum..

lg
 
#16
Vielen Dank für den ausführlichen Test! Genau so wünscht man sich so einen Bericht!

Beim Bau meiner zwei bisherigen Quads hab ich, abgesehen von einer Naza lite, auf DJI Produkte verzichtet, aber wenn man dann immer sieht, wie einfach und Problemlos die Leute im Bekanntenkreis ihre Phantoms in die Luft bringen, kann man manchmal echt neidisch werden... Die gut abgestimmten Komponenten sind eben doch ein echter Mehrwert, den man auch mit viel Recherche nicht so leicht wettmacht.

Wegen Leitungsproblemen steht beim großen Quad der Umbau zum Hexa an, und da finde ich das E600 Set recht interessant. Das Problem ist nur, dass ich bislang nur 3S und 4S Akkus hab, und nicht unbedingt in auch noch in 6S Akkus investieren will... Ist schon was bekannt, was die beiden Sets jeweils mit 4S an Leistung bringen?
 
#18
solange du genug 3s hast ist es doch kein Problem
3S 2200mAh... Um da auf eine anständige Flugzeit zu kommen müsste ich vier, oder besser sechs, zusammenschließen. Geht natürlich schon, aber eine Überwachung der einzelnen Zellenspannungen kann ich da vergessen. Deshalb bin ich von dem Gedanken nicht so begeistert.
 

gervais

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#20
RCLogger

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