EZ-Wifibroadcast, HD FPV in günstig und einfach

Liebe Drohnenflieger und FPV Nutzer

Voller Spannung habe ich WIFIbroadcast ausprobiert und mache erst einmal eine tiefe Verbeugung vor solch einer Gesamtleistung. Rattenscharfe Technologie, die auch noch wirklich out-of-the-box funktioniert (dank EZ in EZ wifibroadcast).
Diese Lösung würde ich gerne für ein Projekt in der manntragenden Fliegerei einsetzen. On-board Video zu einem Segelkunstflug Event. OK, ist jetzt nicht voll im Focus der FPV Fliegerei, aber das wichtigste Thema wir wohl long-range FPV sein und damit auch für Modellflieger interessant.
Das on-board-video in der manntragenden Fliegerei würde sich von der Drohnenfliegerei wie folgt unterscheiden:

1) Bombenfeste Installation: Eine losgelöste herumfallende Elektronikinstallation ist lebensgefährlich. (Nur der Vollständigkeit halber erwähnt)
2) No-brainer Betrieb der Gesamtinstallation in allen Belangen: Segelflieger sind im Gegensatz zu Drohnenfliegern meist nicht DIY-Elektronik-affin. EZ WIFIbroadcast selber erfüllt das Kriterium schon mal.
3) Reichweite: Unter 2km braucht man gar nicht erst anfangen.

Zur Reichweite nun möchte ich hier in die Diskussion einsteigen, weil nach meinem Informationsstand die Situation für long-range broadcast senderseitig nicht sehr rosig aussieht. Meine Fragen kommen dann am Ende.

High-Power WIFI hardware nutzt wohl Verstärker, die auch aufgrund der Verlustleistung nicht als Einchipgerät gebaut werden können. Diese Hardware mit Raspbian etc. kompatiblen WIFI Chips wird wohl nicht mehr gebaut/vertrieben. (Ubiquity, Alfas und TP-Link 722 V1) In dieser Situation sehe ich 2 Auswege:

Unterstützung neuer Chips:
Ich habe unter einem Standard-Raspbian bereits realtek hardware problemlos in Betrieb genommen, jedoch gehen als AP im 5 GHz Band nur die 4 Kanäle 36, 40, 44 und 48. Das sind die inddor-only Kanäle. Das liegt wohl daran, dass es keine Treiber mit TPC und DFS gibt, die man aber braucht, um der Radarkonkurrenz auf den Outdoor-Kanälen 100 bis 140 begegnen zu können. Schade, denn das sind Kanäle, auf denen man völlig legal bis zu 1Watt EIRP abstrahlen dürfte, für WLAN Anwendung zumindest. Die vier benannten Kanäle dürfen nur indoor und nur mit 200mW genutzt werden. Ich sehe wohl Aktivität auf dem Gebiet der Ralinks, aber ich bin zu wenig Softworker, um das Geschehen auf Github einschätzen zu können - und ich kann kein russisch. (Siehe post von Careyer vom 5.10.18) Geschweige denn, um die tweaks für broadcast zu bewerten.

In-line-Verstärker:
Die Beobachtung, dass die Alfas wohl sendeseitig übersteuert werden können und die CSLs empfangsseitig deutet darauf hin, dass wohl die mainstream Hardware nur für mehrere 10mW ausgelegt sind. Alles darüber sind besondere Verstärkerlösungen. Dennoch führt zur Erreichung höherer Leistung und damit Reichweite kein Weg an solchen Verstärkern vorbei. Hier stellt sich dann aber das Problem der genauen Leistungsregelung, genauer, Messung, will man voll legal unterwegs sein.

Fragen:
1) Besteht Hoffnung auf Treiberunterstützung für neuere Chips aus der Realtek Familie (und natürlich ralink/mediatek), bzw. wie groß ist die Hoffnung?
2) Hat jemand schon Erfahrung mit selbst hinzugefügten Verstärkern gewonnen wie diesen?
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Leidlich viel Leistung mit 2 und 5 Watt im 2,4 bzw. 5GHz Band. 2,4GHz erlauben nur 100mW, aber 5GHz ja eben 1 ganzes Watt mit TPC und DFS. Ohne wird die Sache wohl nur bei legalen 25mW als short-range-device bleiben müssen.

Um die Sache mit der Leistungsmessung würde ich mich kümmern können. Jedoch wollte ich um Einschätzung bitten, bevor ich loslege.
 
Thema Antennentracker.
Der zs6buj Tracker nimmt eine ganze Reihe von Protokollen. Wie bekomme ich die Position der Kamera über wifibroadcast zum Tracker? Ich will aus einem Segelflieger heraus senden.
1) Wenn ich das richtig verstanden habe, kann ich Ghettoproxy dafür verwenden, um einen seriellen Ublox Output in z.B. LTM zu wandeln.
2) Kann ich das serielle Ublox NMEA mit 9600 Baud transparent über wifibroadcast übertragen, um Ghettoproxy für die Übersetzung am Boden zu nutzen?
3) Gibt es andere Möglichkeiten? Ghettostation kann angeblich NMEA input lesen. Aber die Entwicklung scheint nicht mehr fortzuschreiten.
 
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hornetwl

Erfahrener Benutzer
Ich habe gerade nach einigen Jahren wifibroadcast-Abstinenz mal wieder ein Blick in das Github-Wiki geworfen und bin ziemlich beeindruckt von den inzwischen dazugekommenen Features.

Allerdings erinnere ich mich noch recht deutlich an meine damaligen Experimente, die aufgrund massivster EMV-Probleme (extreme Störung von GPS und RC) letztlich nur zu viel Frust, Crashes und nicht zu einer praxisreifen Lösung führten.

Gibt es auf deisem Feld aktuelle Erkenntnisse und empfohlene/erprobte 2.4GHz-Setups, mit denen Rückwirkungen auf GPS und 868MHz RC minimiert werden? Hat schon mal jemand versucht, AirPi, WLAN und Kamera in ein gemeinsames Blechgehäuse zu stecken, um solche Probleme zu vermeiden?
 

Schlonz

Erfahrener Benutzer
Ja ... jein.

Wifibroadcast auf 2,4Ghz und z.B. Crossfire hatte bzw. habe ich am laufen. Störungen beim GPS wären mir jetzt nicht wirklich aufgefallen. Der Raspi bzw. der Sendestick sitzen räumlich ca. 30cm vom GPS entfernt.

Was allerdings der Fall ist, dass die 868Ghz bei räumlicher Nähe in die Bildübertragung der 2,4Ghz einstreuen. Umgekehrt wäre mir jetzt nicht wirklich aufgefallen. Ich bin aber kein Longrange-Flieger, von daher beschränken sich meine Erfahrungen auf < 1km. Im 2,4-Bereich macht Wifibroadcast auf Grund der Kanalbreite ziemlich viel dicht.

Was mich zugegebenermaßen am Meisten stört, ist, dass bei zunehmenden Störungen prinzipbedingt mehr oder weniger die komplette Bilddarstellung ab dem verlorenen Datenpaket fehlt. Das fand ich immer sehr anstrengend, wenn der komplette Monitor nach den ersten paar Zeilen nach unten komplett nur noch Streifen zeigt. Das strengt mich mehr an als das typische Gekrissle wie z.B. bei Analog.

Viele Grüße,
Stefan
 

hornetwl

Erfahrener Benutzer
Welche Kamera und welchen Raspi verwendest Du? Hast Du irgendwelche Abschirmmaßnahmen durchgeführt?

Mir geht es gar nicht so sehr um extreme Reichweiten. Wichtiger ist eine stabile Verbindung bei mäßiger Entfernung - 1km wäre schon ausreichend, idealerweise mit hohen Reserven für ungünstige Augenblicke.

Bei meinen letzten Versuchen gingen die GPS-Störungen bis zum kompletten Verlust des Locks (gern auch gleichzeitig mit RC-Ausfall).
 

Schlonz

Erfahrener Benutzer
Wie gesagt, die Kombi Crossfire und ein m8n als GPS hat bei etlichen Flugstunden keine Probleme gemacht. Sender war ein RasPi3 mit TP-Link W722 (V.1). Ich hatte da aber in der Regel nie eine Cam dran, sondern den B101 von Auvidea, und daran z.B. eine Nex5 per HDMI auf einem 800mm-Hexa. Das Flachbandkabel zwischen B101 und Raspi ist halt gerade mal 5cm oder so. Das lange CamKabel der RasPiCams ist als Hauptstörquelle verschrien.

Ich hatte mal für den Pi0, dem TP-Link und der 2.1-Cam mal ein kleines Gehäuse gebaut, das gibt's als STL hier irgendwo im Thread. Das funktioniert auch ganz gut.

Allerdings bin ich, was die Reichweite bei Wifibroadcast angeht, skeptisch geworden. Einfach, weil so im Bereich bis 300-400m alles ganz gut läuft, darüber hinaus beginnen auch die Störungen. Die schönen LR-Videos aus den einschlägigen Threads erreicht man auch nur wieder mit Aufwand und nicht mehr ganz legalen Sendeleistungen.
Ich wollte mal irgendwann noch Wifibroadcast mit Ubiquiti Wifistation mit der Patch auf meinem Tracker testen, bin aber bislang noch nicht dazu gekommen.

Naja, und um ehrlich zu sein, für meine Anwendungen brauche ich auf den meisten Fliegedingern bei 400m nicht wirklich den ganzen Aufwand damit zu betreiben. Da tut es eine analoge Strecke auf 5,8GHz mit vernünftiger Technik und einem Tracker auch. Ich habe da neu ein Iftron Clearview, aber da stehen die Feldtests noch aus.
Und da habe ich dann in der Luft weder einen Pi, noch brauche ich dann wieder extra noch einen 5V-BEC usw. (Wenn jemand noch mitliest, ja nicht auf die blöde Idee kommen, einen WBC-Pi mit an z.B. die 5V-Versorgung von einem Pix dran zu hängen!). Sondern ganz einfach und simpel einen vernünftigen kleinen Sender mit guter Antenne, that's it.

Aber vielleicht belehrt Dich und mich einer der Wifibroadcast-Enthusiasten auch eines Bessern. Ich lese die Threads von EZ und OpenHD ja auch noch interessiert mit.

Viele Grüße,
Stefan
 

rodizio1

Erfahrener Benutzer
Allerdings bin ich, was die Reichweite bei Wifibroadcast angeht, skeptisch geworden. Einfach, weil so im Bereich bis 300-400m alles ganz gut läuft, darüber hinaus beginnen auch die Störungen.
Dann stimmte irgendwas nicht. 300-400 Meter komme ich mit 722n am Boden. In der Luft sollten locker 1km gehen, bei perfekten Bedingungen bis ca. 2km (mit 2dbi Antennen und default-settings, wifi Bitrate auf 11 oder 12mbit runtersetzen bringt nochmal mindestens 3db link Budget (=Reichweite 1,4 - 2,8km).

Video mit OSD aufgenommen (über HDMI recorder) oder die RSSI und packetloss als Graphen anschauen (werden mit auf den usb memory stick gelegt beim video speichern) würde helfen die Ursache einzukreisen.


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Hallo und fröhliche Weihnachten allerseits!
Ich bin neu hier im Forum und habe mich in den letzten Tagen erstmals mit EZ-WBC auseinander gesetzt. Bisher bin ich ausschließlich FPV über 5.8 GHz analog geflogen. Nach erstem Ausprobieren einer 1.6RC6 Variante von Yes21 mit daheim rumliegender Hardware (Ground RPi 3, CSL 300 Stick, Airpi: Pi0 und Rtl8812au-Stick) muss ich sagen, dass ich schwer beeindruckt bin von den Möglichkeiten, die sich hier aufbieten.Mit der Raspi-Cam ging die Übertragung out of the box sofort los, dass mir die Spucke wegblieb... Von daher meinen größten Respekt an die erbrachten Leistungen aller an der Entwicklung Beteiligten!
Mein Anliegen geht in erster Linie an @careyer : Ich habe eine Flir One Pro (Gen3) und würde diese gerne parallel im Stream mit übertragen. Das von Yes21(bei Rc-groups) bereitgestellte Image hat wohl "Flir supported", das scheint aber auch nach Nachfrage bei ihm aber nur der geänderte v4l2-Loopback-Support enthalten zu sein und er verwies mich an Dich als "Flir-Koryphäe" (großartige Arbeit!)...
Also, für einen Raspbian-Laien:
Was muss ich jetzt noch verändern, um die Flir mit in den Stream zu kriegen?

Es eilt nicht, schließlich ist Weihnachten!
Herzliche Grüße,
Dronemrc
 
D

Deleted member 1973

Gast
ok, ich möchte bidirektional mavlink daten rumschicken, also könnte das mit 2 von denen gehen.
hab nur gelesen das man die etwas modden muss an der antenne :/
 

rodizio1

Erfahrener Benutzer
Ja, man muss die integrierte Antenne deaktivieren indem man ein kleines SMD Bauteil umsetzt. Oder (hat glaube aber noch keiner probiert) einfach eine externe Antenne dahin löten wo vorher die integrierte verbunden war.

Wenn ich mich nicht täusche, war es bei der Wifistation so, dass ein Antennen-Anschluss nur sendet und einer nur empfängt, d.h. bei Bi-Direktionaler Nutzung muss man zwingend zwei Antennen haben.
 

cesco1

Erfahrener Benutzer
Hat schon jemand das $8 teil hier gesehen? Wifi mit cam, jpg kompression. Wenn das bild gut sein soll geht die framerate sehr weit runter, aber für einfach digi-fpv mit 320x240 oder 640x480 vielleicht zu gebrauchen. Das ding hat 2 cores, wifi und bildgrabber laufen unabhängig. RC signale im rückkanal sollte auch gehen, latenz über wifi hab ich aber keine ahnung. Das acklose EspNow ist für 4k grosse bilder leider nicht geeignet.
Clipboard01.jpg Clipboard02.jpg
 
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rodizio1

Erfahrener Benutzer
Zu schlechte Kompression, zu wenig Framerate, zu wenig Auflösung (640x480 sieht aus wie Legoland ...), Latenz wahrscheinlich auch zu hoch. Macht meiner Meinung nach keinen Sinn da Arbeit reinzustecken.

Ein User mit Nickname Jean LeFlambeur hat den ESP8266 bzw. ESP32 per SPI an den Raspberry angeschlossen (d.h. den Expressif nur zur Datenübertragung) und den Code dafür auf Github veröffentlicht. Sah aber alles noch ziemlich Proof-Of-Concept mässig bzw. unfertig aus. Das schöne an der SPI Lösung ist, dass man den ganzen USB- und TCP/IP-Stack komplett umgeht.

jeanleflambeur - Overview

Im RCGroups EZ-Wifibroadcast thread finden sich dazu auch noch posts.
 
RCLogger

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